Der Trainer der Thimmendorfer Volleytiere im Interview der Woche

Thimmendorf  „Man muss erst einmal jemanden finden“, sagt Matthias Leupolt mit Blick auf die nicht gerade dankbare Aufgabe eines Nachwuchstrainers.

Trainer im Einsatz: Matthias Leupoltgibt Monique und Catharina ein paar Tipps auf den Weg. In der Endabrechnung landeten sie auf Rang drei.

Foto: Alexander Hebenstreit

Die Mühen haben sich gelohnt. Seit nunmehr drei Jahren üben sich unter der Anleitung von Matthias Leupolt einige Mädchen bei den Thimmendorfer Volleytieren im Pritschen und Baggern. In der Altersklasse U 12 meldete man erstmals für den Spielbetrieb und die Premierensaison ging nun mit dem Heimturnier in Wurzbach zu Ende. Im sechs Teams umfassenden Starterfeld erreichten die Volleytiere mit ihren drei Mannschaften die Plätze zwei, drei und fünf, was für einen hochzufriedenen Trainer Sorgte.

Mit OTZ-Sportreporter Alexander Hebenstreit sprach Matthias Leupolt über den Bewegungsdrang seiner Schützlinge, die Schwierigkeiten der Nachwuchsarbeit in der Provinz und die Vorteile eines zeitigen Ausbildungsbeginns.

Herr Leupolt, die Premierensaison für Ihre U 12-Mädels ist Geschichte. Wie lautet das erste Fazit?

Man hat gesehen, dass am Anfang viel Nervosität dabei war. Die wurde aber zunehmend abgelegt, alle haben dazugelernt und man hat gesehen, dass auch versucht wurde, die Trainingsinhalte im Spiel umzusetzen. Es wurde wirklich versucht, Volleyball zu spielen.

Fortschritte waren also nicht zu übersehen?

Absolut. Vor dem ersten Turnier hatten noch einige Probleme, die Aufschläge über das Netz zu bringen. Während hier am Anfang noch die höchste Fehlerquote auftrat, passierte das zuletzt nicht mehr allzu häufig.

Die Saison war auf drei Spieltage verteilt. Ausreichend für den Bewegungsdrang der jungen Mädchen?

Es ist ausreichend, da so ein Turnier ja immer sehr umfangreich ist. Es waren bis zu fünf Spiele an einem Tag und mehr sollte man erst einmal nicht anbieten. Denkbar wäre es eher, die Spiele auf mehrere Turniere zu verteilen, aber das würde zusätzliche organisatorische Schwierigkeiten mit sich bringen. Im Landesspielbetrieb sind oft die gleichen Trainer für mehrere Mannschaften zuständig und dann muss man erst einmal freie Tage finden, die bei allen passen.

Bei uns im Landkreis sind aktuell nur Jugendmannschaften aus Thimmendorf und Pößneck im Volleyball-Spielbetrieb aktiv. Warum sind es nicht mehr?

Ein Problem ist sicherlich, dass man mit Volleyball erst beginnen kann, wenn die Kinder etwa zehn Jahre alt sind. Vorher hat das mit Volleyball noch nichts zu tun. Beim Fußball wird mit fünf oder sechs Jahren begonnen und wenn die Kinder einmal beim Fußball sind, bleiben sie dabei.

Bei den Mädchen nimmt der Fußball aber keine so dominante Rolle ein, wie bei den Jungen.

Das ist richtig, aber ein nicht zu unterschätzendes Problem ist, dass sich auch erst einmal jemand finden muss, der das Training übernimmt. Entweder sind es Lehrer, die über die Schulen Zugriff auf die Kinder haben, oder Eltern. Wenn meine Kinder nicht dabei wären, hätte ich das wohl auch nicht übernommen. Das gebe ich ehrlich zu.

Bei den Volleytieren trainieren nicht nur die U 12-Mädels sondern auch ältere – und zwar gemeinsam. Machen die Altersunterschiede gelegentlich Probleme?

Bisher noch gar nicht. Ich kenne es von früher, dass das eher in der Pubertät kommt. Wenn eine nicht mehr will, will die nächste plötzlich auch nicht mehr. In dem Alter sind aktuell nur zwei unserer Mädels, so dass in der Hinsicht noch alles recht harmlos ist.

Hegen Sie die Hoffnung, dass es eines Tages eine reine Frauenmannschaft der Thimmendorfer Volleytiere gibt?

Das hängt davon ab, wie sich die Mädchen nach dem Ende ihrer Schulzeit orientieren. Schön wäre es, ich würde mich freuen. Aber ob wir das schaffen können, weiß ich nicht.

Sie sind auch Trainer des Thimmendorfer Männerteams, wo einige Spieler erst recht spät mit dem Volleyball begonnen haben. Werden Ihnen die Mädchen, die in jungen Jahren angefangen haben, – zumindest in technischer Hinsicht – voraus sein?

Wenn sie dabei bleiben, wird es so sein. Die Technik, die man als Kind lernt, ist nicht wegzudenken. Da die Bewegungsabläufe recht anspruchsvoll sind, ist es besser sie bereits in jungen Jahren zu verinnerlichen. Man muss üben, üben und üben und das wird mit zunehmendem Alter immer schwieriger. Bei unseren Männer sieht man wirklich bei einigen, dass sie eigentlich zu spät anfangen haben.

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