Vorsorgliche Quarantäne für Spieler des FC Carl Zeiss Jena

Jena.  Zwei Spieler des FC Carl Zeiss Jena waren mit Risikopersonen in Kontakt. Unterdessen geht es ums finanzielle Überleben.

Der Betrieb im Ernst-Abbe-Sportfeld ruht in den kommenden Wochen.

Der Betrieb im Ernst-Abbe-Sportfeld ruht in den kommenden Wochen.

Foto: Tino Zippel

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Beim FC Carl Zeiss Jena gehen sie auf Nummer sicher: Der Fußball-Drittligist hat zwei Spieler vorsorglich unter häusliche Quarantäne gestellt und lässt prüfen, ob sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben. Beide waren, wie Mannschaftsarzt Stefan Pietsch erläutert, in den vergangenen Tagen mit Risikopersonen zusammen.

Bei einem Spieler kehrte die Partnerin aus einem Risikogebiet zurück, der andere Fußballer hatte Menschen getroffen, die mit einem Corona-Patienten in Kontakt standen. Sie haben sich bei den Gesundheitsämtern gemeldet, die nun über das weitere Vorgehen entscheiden.

Beide Spieler bislang ohne Symptome

„Beide Spieler zeigen bislang keine Symptome“, sagt Pietsch. Die Namen der Spieler wollte der Drittligist aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes zunächst nicht nennen. „Den anderen Spielern haben wir auch gesagt, dass sie vorsorglich zu Hause bleiben und ihre sozialen Kontakte minimieren sollen“, berichtet der Teamarzt. Sie sollten versuchen, sich über Trainingspläne individuell fit zu halten.

Geregeltes Training wäre in den nächsten Tagen im Ernst-Abbe-Sportfeld sowieso nicht möglich gewesen. Deshalb wird auch der Trainingsbetrieb der Nachwuchsteams vorerst bis zum Sonntag, 22. März, ruhen. „Wir gehen sogar davon aus, dass wir bis zum 19. April keinen Trainingsbetrieb absolvieren können“, sagt Geschäftsführer Chris Förster und verweist auf die entsprechende Allgemeinverfügung der Stadt Jena, die ab Dienstag gilt.

Sportstätten in Jena bis mindestens 19. April geschlossen

Mit dem Erlass werden alle Sportstätten geschlossen, organisiertes Training sei nicht gestattet. Darüber hinaus sei nicht sicher, ob ab 20. April sofort der Trainingsbetrieb wieder beginnen könne oder die Maßnahme verlängert werde, sagt Förster. In anderen Drittliga-Städten gelten bereits länger gültige Allgemeinverfügungen. In Kaiserslautern sollen bis zum 10. Juli keine Spiele mit Publikum möglich sein, so dass ein regulärer Abschluss der Saison in die Ferne rutscht.

Aus diesem Grund will der Klub am Montag beim Treffen aller Drittligisten in Frankfurt am Main dafür plädieren, die laufende Saison abzubrechen und zu annullieren. „Unter den aktuellen gesellschaftlichen Umständen ist Fußball zweitrangig“, sagt Förster. Fürs wirtschaftliche Überleben sei es notwendig, so schnell wie möglich Klarheit zu schaffen. „Nur bei einem Abbruch der Saison können wir massive Sparmaßnahmen einleiten und Kurzarbeitergeld beantragen“, sagt Förster. Die Wiederaufnahme des Spielbetriebes solle nach dem Sommer erfolgen, sobald die Coronakrise überstanden sei.

Laut Förster hat die Gesundheit der Aktiven, Trainer, Betreuer, Helfer und Mitarbeiter oberste Priorität. Er hofft auch aus diesen Gründen auf ein klares Signal des Verbandes, um bis Dienstag über weitere Schritte für den Betrieb der Geschäftsstelle, des Vereins und des Fanshops sowie des Ticketcenters treffen zu können.

Lösung mit Fernsehsendern notwendig

Der Geschäftsführer hofft, dass die Fans und Sponsoren die Krise gut überstehen. Zudem brauche es eine einvernehmliche Lösung mit Magentasport und den öffentlich-rechtlichen Sendern, dass Fernsehgelder nicht zurückgezahlt werden müssten. Auch dieses Thema und Lösungsansätze werden beim Deutschen Fußball-Bund gemeinsam besprochen.

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