VSV Jena: Drei Tage vor Ultimo das Kommando übernommen

Jena.  Seit dieser Saison trainiert David Nitschke die Damen des VSV Jena 90 – mit Erfolg, steht sein Team doch auf Platz zwei der Regionalliga. Heute Spiel gegen NV Markleeberg.

Rangiert mit den Damen des VSV Jena in der Regionalliga auf Platz zwei: Coach David Nitschke.

Rangiert mit den Damen des VSV Jena in der Regionalliga auf Platz zwei: Coach David Nitschke.

Foto: Marcus Schulze / OTZ

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Manchmal lacht David Nitschke am Spielfeldrand. Doch die meiste Zeit verharrt der Trainer der Damen des VSV Jena an Ort und Stelle, läuft höchstens ein paar Schritte auf und ab und lässt das Dargebotene seiner Spielerinnen am Donnerstagabend im Sportforum auf sich wirken. Die Arme hat er dabei fast immer verschränkt. Nitschke wirkt unaufgeregt, zwar nicht wirklich tiefenentspannt, aber dafür durch und durch unaufgeregt.

Dass der VSV-Coach in besagtem Modus verweilt, ist womöglich auch der Tatsache geschuldet, dass es für sein Team und ihn gerade gut läuft, schließlich rangiert der VSV Jena auf Platz zwei der Volleyball-Regionalliga. Und jene Momentaufnahme in Sachen Tabellensituation ist dahingehend erstaunlich, da David Nitschke erst drei Tage vor dem Saisonauftakt das Amt des Trainers übernahm und die Volleyballerinnen aus der Universitätsstadt in der vergangenen Saison noch um den Klassenerhalt fürchten mussten. Er beerbte Sebastian Malinowski, kann aber zu den Hintergründen bezüglich des Abschieds seines Vorgängers nichts sagen. „Die Mädels haben mich gefragt, ob ich mir vorstellen könnte, als ihr Trainer zu fungieren“, sagt Nitschke, der bis dato zusammen mit Christian Schumann die Geschicke der Männer des VSV Jena in der 3. Liga an der Außenlinie lenkte. Außerdem war er Co-Trainer der nunmehr 2. Damen-Mannschaft des VSV Jena.

Der bisherige Saisonverlauf der VSV-Damen verblüfft jedoch auch den 31-Jährigen. „Ganz ehrlich: Damit haben wir alle nicht gerechnet, gerade nach der vergangenen Saison“, sagt Nitschke. Nichtsdestotrotz, der Trainer kann durchaus Gründe für das erfolgreiche Agieren seiner Mannschaft benennen. Gründe, die in Gestalt zweier neuer Zuspielerinnen daherkommen: Michele Stadelmaier und Antonia Greskamp. Während Greskamp in der vergangenen Saison noch in der 1. Liga in Erfurt spielte, durchlief Stadelmaier sämtliche Jungend-Nationalmannschaften, musste sich dann jedoch etwas zurücknehmen, da ihre Knie streikten. Dass das erfolgreiche Agieren auch seiner Wenigkeit geschuldet sein könnte, weißt Nitschke nicht von sich, möchte seinen Beitrag aber auch nicht überbewerten. Der Coach gibt sich bescheiden. Vielmehr verweist der Wirtschaftsingenieur darauf, dass sein Team stetig zusammengewachsen wäre. Das das geschlossene Auftreten sei eine Stärke, dank dem die VSV-Damen nun auch Gegner schlagen würden, denen sie in der vergangenen Spielzeit noch knapp unterlagen. Zwar gibt der Trainer zu bedenken, dass sein Team immer mal wieder aus schier unerklärlichen Gründen während einer Partie einbrechen würde, doch sei es mittlerweile dahingehend gefestigt, dass es solche Durststrecken übersteht.

In besonders guter Erinnerung ist ihm die Partie gegen Chemnitz geblieben. Da tendierte seine Mannschaft gen Perfektion, schlug sie doch den Tabellenführer aus Sachsen Ende Oktober souverän mit 3:0. Natürlich hofft David Nitschke, dass sein Team heute an diese Leistung anknüpft, wenn es um 19 Uhr im Sportforum auf den NV Markleeberg trifft. Es ist das Hinspiel der Rückrunde und mit den Gästen habe man noch eine Rechnung offen, unterlag man doch in der Kleinstadt vor den Toren Leipzigs denkbar knapp mit 2:3.

Apropos Christian Schumann. David Nitschke und er kennen sich seit Kindheitstagen, stammen sie doch beide aus Ohrdruf. „Ich war in der Schule ein Jahr unter Schumi“, sagt Nitschke und muss lachen. Er habe ihm viel zu verdanken, konnte bei ihm lernen und sich ausprobieren – und davon profitieren nun augenscheinlich die Frauen des VSV.

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