Tabakladen in Gera als Drogen-Drehkreuz: So kam die Polizei auf die Spur

Gera.  Über 40 Kilogramm Drogen soll ein Paar in Gera im Tabakladen verkauft haben. Ein Polizist berichtet vom Ermittlungsverfahren.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Die Polizei war mit einem Großaufgebot im Einsatz.

Foto: Tino Zippel / OTZ

„Das war einer der größeren Funde, die wir in Gera hatten“, sagt ein Polizeiobermeister im Gerichtssaal. Er leitete die Durchsuchung eines Tabakladens im Geraer Zentrum, der neben Zigaretten und Zeitschriften auch Marihuana und Haschisch im Angebot hatte. Beim Gerichtsprozess sprach er über Details zum Ermittlungsverfahren.

„Man hat es schon gerochen, dass dort etwas lagert“

Demnach hatte ein Drogendealer den Tabakladen als Rauschgiftquelle benannt. Jener beziehe seine Drogen aus Berlin. Die Polizei observierte daraufhin das Geschäft. Als sich der Verdacht erhärtete, durchsuchte sie am 3. März 2020 gleichzeitig mehrere Objekten in Gera. Der Rauschgiftspürhund habe zuerst in der Toilette angeschlagen. „Man hat es schon gerochen, dass dort etwas lagert“, sagt der Polizist. In einem Kondomautomaten stellten die Beamten 700 Gramm Haschisch fest. „Die Drogen waren einzeln verpackt und verschweißt in einer größeren Umverpackung.“

Die Polizei dokumentierte, wie die Drogen im Automaten gelagert waren. Damit entpuppten sich die Angaben der mitangeklagten Frau des Geschäftsinhabers als falsch, dass die Polizei bei der ersten Durchsuchung Drogen im Automaten übersehen hatte. Dort entdeckten Einsatzkräfte zwei Monate später wieder Drogen – damit erhärtet sich der Verdacht, dass sie den Drogenhandel weiterbetrieb, als ihr Mann schon in Untersuchungshaft saß.

Bei der ersten Durchsuchung lagen unter der Verkaufstheke Cliptüten, darunter einige mit kleinen Mengen abgepackter und beschrifteter Ware. „Genau daneben haben wir einen Baseballschläger, einen Teleskopschlagstock und Pfefferspray gefunden“, sagt der Polizeiobermeister. Eine Schreckschusswaffe war mit einer Patrone geladen.

Schreckschusswaffe wegen Einbruchsdiebstählen gekauft

Das wiederum bestreitet der Geschäftsinhaber. Die Waffen seien nicht für den Drogenhandel bestimmt gewesen. „In 14 Jahren ist in unseren Laden neunmal eingebrochen worden“, sagt der bereits wegen Beleidigung und Steuerhinterziehung vorbestrafte Mann. Auf bewaffneten Drogenhandel steht eine Mindeststrafe von fünf Jahren.