Feine Spürnase für Gase: Innovation von Micro-Hybrid Electronic aus Hermsdorf weltweit gefragt

Tino Zippel
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Entwicklungsleiter Steffen Biermann mit einem Gassensor, den Micro-Hybrid vom Sensor auf Waferbasis an selbst herstellt.

Entwicklungsleiter Steffen Biermann mit einem Gassensor, den Micro-Hybrid vom Sensor auf Waferbasis an selbst herstellt.

Foto: Tino Zippel

Hermsdorf.  Thüringer Innovationspreis: Warum weltweit Hersteller eine Neuentwicklung der Micro-Hybrid Electronic GmbH aus dem Saale-Holzland-Kreis einsetzen.

Die biomedizinische Forschung benötigt Inkubatoren, die beste Umgebungsbedingungen fürs Zellwachstum bieten. Gas­sensoren kontrollieren, ob die vorgegebene Kohlendioxid-Konzentration eingehalten wird. Allerdings müssen die Inkubatoren mit heißer Luft sterilisiert werden, so dass bislang die empfindlichen Sensoren extra ausgebaut werden mussten.

Nun nicht mehr: Die Micro-Hybrid Electronic GmbH aus Hermsdorf hat einen Gassensor entwickelt, der selbst unter harschen Umweltbedingungen wie niedrigen oder hohen Temperaturen und bei hoher Luftfeuchte zuverlässig arbeitet. „Wir haben fünf Jahre, 9000 Entwicklerstunden und 970.000 Euro investiert“, sagt Entwicklungsleiter Steffen Biermann.

Selbstentwickelte Infrarotlichtquelle ersetzt Glühlämpchen

Kernstück der Innovation ist eine selbstentwickelte Infrarotlichtquelle, die herkömmliche Glühlämpchen in der Gassensorik ersetzt. Der Halbleiter-Sensor wird mittels einer patentierten Konstruktion und hermetisch dichten Aufbautechnologie – realisiert durch Löt- und Schweißtechnologien – geschützt. Auffällig ist die extrem tiefe Wertschöpfungskette von der Herstellung aus dem Siliziumwafer bis hin zum kalibrierten Sensor.

Micro-Hybrid kooperierte unter anderem mit der Technischen Universität Ilmenau, Siegert TFT Hermsdorf und dem Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik Freiburg. Weltweit nutzen Hersteller von Inkubationsschränken bereits die Innovation. Micro-Hybrid will diese künftig auch an Medizintechnikhersteller absetzen. Erste Gespräche, die Sensoren in der Anästhesiegasmessung einzusetzen, laufen bereits.

Sieger des Thüringer Innovationspreises werden am 24. November ausgezeichnet

Die Micro-Hybrid Electronic GmbH tritt in der Kategorie Licht und Leben an und hat es auf die Longlist beim Thüringer Innovationspreis geschafft. Die mit insgesamt 100.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 24. November vergeben. Wir stellen in den kommenden Wochen weitere Unternehmen, die es unter die Top 20 geschafft haben, vor. Ausgezeichnet wird bei der Veranstaltung der Geschäftsführer von Micro-Hybrid, Knuth Baumgärtel. Er bekommt den Ernst-Abbe-Preis für Innovatives Unternehmertum.

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