Neue Geschäftszahlen: Carl Zeiss Meditec AG in Jena spürt Corona-Auswirkungen

Jena.  Wie sich beim erfolgsverwöhnten Hersteller von Medizintechnik die Corona-Pandemie auswirkt.

Blick auf das Gewerbegebiet Jena-Göschwitz mit dem Hauptsitz der Carl Zeiss Meditec AG.

Blick auf das Gewerbegebiet Jena-Göschwitz mit dem Hauptsitz der Carl Zeiss Meditec AG.

Foto: Tino Zippel

Die in Jena ansässige Carl Zeiss Meditec spürt deutliche Effekte der Corona-Pandemie. Zwar lag der Umsatz zum Halbjahr des am 1. Oktober 2019 begonnenen Geschäftsjahres noch um 7,2 Prozent über dem Vorjahreswert, das Ergebnis fiel jedoch schlechter aus. Eine Prognose fürs gesamte Geschäftsjahr wagt der Vorstand derzeit noch nicht. Das teilte das Unternehmen am Montagmorgen bei der Vorlage der aktuellen Geschäftszahlen mit. Auch für die Mitarbeiter gibt es Einschränkungen.

„Unser Umsatzwachstum zum Halbjahr ist das Ergebnis einer grundsätzlich intakten Nachfrage nach unseren Produkten und Lösungen“, sagt Vorstandschef Ludwin Monz. „Jedoch waren auch wir im Laufe des zweiten Quartals signifikant von den Auswirkungen der Covid-19-Pandemie betroffen.“

Auswirkungen zuerst in Asien, später in Europa und Nordamerika

Zunächst habe sich diese in der Region Asien/Pazifik ausgewirkt. In China führten insbesondere die zeitweise Schließung von Kliniken und die Verschiebung nicht-akuter chirurgischer Behandlungen in den Monaten Februar und März zu deutlichen Umsatzausfällen. Ab März spürte die börsennotierte Gesellschaft die Pandemie-Auswirkungen auch deutlich in Europa und Nordamerika.

Ergebnis vor Zinsen und Steuern geht zurück

Der Umsatz in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres lag bei 714,9 Millionen Euro, ein Plus von 7,2 Prozent. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern fiel von 110,4 Millionen Euro auf 102,5 Millionen Euro zurück. „Wie wir schon Anfang April mitgeteilt haben, können wir aufgrund der weltweiten Auswirkungen der Covid-19-Pandemie derzeit noch keine genaue Prognose für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2019/20 geben“, sagt Vorstandschef Monz. „Priorität haben für uns derzeit die Sicherheit unserer Mitarbeiter und die Aufrechterhaltung des Produktionsbetriebs und Service, um unsere Kunden bestmöglich unterstützen zu können.“

Kurzarbeit für deutsche Standorte

Die Carl Zeiss Meditec AG beschäftigte Ende März 3335 Mitarbeiter weltweit – etwa 100 mehr als zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres. In Jena zählt das Unternehmen 445 Mitarbeiter. Der Großteil der Belegschaft an den deutschen Standorten befinde sich derzeit in anteiliger Kurzarbeit, sagt Sprecher Sebastian Frericks. Arbeitsplatzabbau sei aber nicht geplant.

Die im März ausgefallene Hauptversammlung in Weimar will Carl Zeiss Meditec voraussichtlich im August als virtuelle Sitzung nachholen. Die Entscheidung falle im Juni.

Die Carl Zeiss Meditec AG beschäftigte Ende März 3335 Mitarbeiter weltweit – etwa 100 mehr als zum Ende des vergangenen Geschäftsjahres. Das Unternehmen stellt unter anderem Geräte für die Augenheilkunde und Mikrochirurgie her.