Wie wir feststellen können, existieren bei Tieren und technischen Erzeugnissen des Menschen oft die gleichen Funktionen, wie beispielsweise solche des Orientierens durch Infrarotstrahlung. Unterschiede existieren jedoch in ihrer Entstehung.

Während bei Tieren Organe zur Aufnahme von Infrarotstrahlung durch die biologische Evolution auf der Grundlage von zufälligen Mutationen und anschließender Selektion entstehen, werden beim Menschen Geräte zu deren Empfang durch Kreativität und Zielgerichtetheit hervorgebracht.

Wärmebildkamera
Die Wärmebildkamera erfasst kein sichtbares Licht und keine Farben, sondern Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung), die von Oberflächen abgestrahlt wird: Blau steht für kalt, Rot für heiß und Weiß markiert die höchsten Temperaturen.© Gaetan Bally/KEYSTONE/dpa | Gaetan Bally

Bei der Infrarotstrahlung handelt es sich um eine unsichtbare Wärmestrahlung, die durch technische Geräte, wie Infrarotkameras, sichtbar gemacht werden kann. Solche Kameras können daher die Wärmestrahlung in sichtbares Licht umwandeln. Bei völliger Dunkelheit ist es dadurch möglich, ein Bild für unsere Augen zu erhalten. So wird ein Mensch, der eine Körpertemperatur von 37 Grad Celsius besitzt, mit einer Infrarotkamera vor einem kühleren Hintergrund als Wärmebild sichtbar.

Gumprecht?s Grüne Grubenotter in der Mekong-Region entdeckt
Das vom World Wide Fund for Nature Deutschland (WWF) zur Verfügung gestellt Bild zeigt eine Gumprecht‘s Grüne Grubenotter (trimeresurus gumprechti), die in Thailand von Wissenschaftlern entdeckt wurde.© picture-alliance/ dpa | Rene Ries/WWF

Auch Grubenottern, Pythons und auch Boas können die Wärmestrahlung ihrer Beutetiere dementsprechend wahrnehmen. So ist bei der zu den Grubenottern gehörenden Diamantklapperschlange die Wahrnehmung von Infrarotstrahlung zur Perfektion entwickelt. Diese Giftschlange ist in der Lage, die Infrarotstrahlung einer Maus über eine Entfernung von einem halben Meter wahrzunehmen. Die vom Beutetier abgestrahlte Körperwärme wird deshalb wahrgenommen und lokalisiert, weil sich die Maus und auch der Mensch gegenüber der kälteren Umgebung abhebt.

Giftiges Reptil: Klapperschlange
Klapperschlangen gehören zu den Giftschlangen.© dpa | Frank Leonhardt

Klapperschlangen können selbst in stockfinsterer Nacht Beutetiere ausmachen und diese zielsicher verfolgen. Die Diamantklapperschlange nimmt bereits eine Temperaturerhöhung um 0, 003 Grad Celsius, also eine solche um dreitausendstel Grad mit ihren Grubenorganen beiderseitig des Kopfes wahr. Jedes der beiden Grubenorgane überstreicht einen Geländeabschnitt aus der Umgebung, mit denen die Infrarotstrahlung aufgenommen wird. Mit den beiden Grubenorganen ist es der Schlange auch möglich, die Richtung, in der sich ihre Beute befindet, exakt zu ermitteln.

Moderne Flugabwehr-Infrarotsysteme funktionieren prinzipiell ähnlich. Solche Systeme befinden sich vorn am Kopf des thermisch gelenkten Flugkörpers und werden daher als „Zielsuchkopf“ bezeichnet. Dieser „Kopf“ verfolgt so die Wärmeabstrahlung feindlicher Flugzeugmotoren bzw. -turbinen und sichert so eine zielsichere Abwehr.

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