Gewerkschaft fordert Unterstützung für Zulieferer in Thüringen

Erfurt.  Eine Studie warnt vor den dramatischen Folgen des technologischen Wandels in der Automobilbranche. Die IG Metall fordert den Freistaat zu Vorkehrungen auf, um Arbeitsbedingungen zu verbessern.

Montage beim Zulieferer MDC Power in Kölleda.

Montage beim Zulieferer MDC Power in Kölleda.

Foto: Martin Schutt/dpa

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Der technologische Wandel stellt die Unternehmen der Automobil- und der Zulieferindustrie in Thüringen vor enorme Herausforderungen.

Angesichts gut gefüllter Auftragsbücher versäumten es viele Firmenchefs der zumeist kleinen und mittelständischen Unternehmen im Freistaat strategische Weichenstellung in Richtung neuer Mobilitätskonzepte einzuleiten, so das Ergebnis einer Studie der Stiftung Neue Länder, berichtete die IG Metall am Dienstag. Die Gewerkschaft verweist auf die enorme Bedeutung der Branche für Thüringen. In deren Betrieben arbeiten bis zu 70.000 Beschäftigte. Viele Unternehmen hätten sich allerdings auf Nischenprodukte spezialisiert, die bislang für den klassischen Antriebsstrang benötigt werden, warnt die IG Metall.

Thüringen als Modellregion für nachhaltige Mobilität

Daher fordert Jörg Köhlinger, Chef der Gewerkschaft für den Bezirk Mitte, zu dem Hessen, Rheinland-Pfalz, das Saarland und Thüringen gehören, die Landesregierung im Freistaat auf, „den Fokus auf die Ansiedlung von Schlüsseltechnologien der Zukunft zu legen und stetig zu prüfen, ob die vorhandenen Förderprogramme den Herausforderungen der Transformation gerecht werden“. Gleichzeitig brauche es einen integrierten Politikansatz, der soziale und ökologische Nachhaltigkeit miteinander verzahne.

Laut der Studie leiden die Firmen in Thüringen unter einem Strategiemangel sowie Innovations- und Investitionsdefiziten. Zudem verstärke sich der beklagte Fachkräftemangel durch mangelnde Beteiligungsmöglichkeiten der Beschäftigten und schlechtere Arbeitsbedingungen als im Westen und Süden Deutschland, kritisieren die Autoren der Studie. Daher fordert die Gewerkschaft, die Industriepolitik müsse die Transformation bürgernah und beschäftigungsorientiert gestalten und Thüringen als Modellregion für nachhaltige Mobilität etablieren. Notwendig seien zudem Qualifizierungsangebote. Diese müssten Themen wie den Mobilitätswandel und Digitalisierung stärker in den Fokus rücken.

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