"Mir fehlen meine Musiker und Fans": Schlagerstar Ute Freudenberg wird 65

Weimar.  Ute Freudenberg blickt auf Auftritte und Erfolge in Ost und West zurück. Jetzt wird die "Jugendliebe"-Sängerin mit der Powerstimme 65 Jahre alt und feiert im MDR-Nachmittagsprogramm.

Ute Freudenberg will ihre private Geburtstagsfeier zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Ute Freudenberg will ihre private Geburtstagsfeier zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Foto: Katja Kuhl

Gern hätte die Schlagersängerin Ute Freudenberg ihren heutigen 65. Geburtstag privat gefeiert. Doch die Party muss im Lockdown ausfallen. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Trüben die Umstände Ihre Geburtstagsfreude?

Nein, gar nicht. Ich bin ein Freudenberg und ein ganz optimistischer Mensch. Zumal ich eine Anfrage von "MDR ab Vier" bekommen habe, ob ich meinen Geburtstag im Studio feiern möchte. Dort können mich die Menschen heute Nachmittag auch live anrufen. Das ist doch ein schöner Ersatz. Privat werde ich meinen Geburtstag nachholen, wenn es draußen warm ist und ich im Garten eine richtig schöne Fete feiern kann.

Die Corona-Krise ist vor allem für Unterhaltungskünstler wie Sie eine schwierige Zeit.

Oh ja. Ich habe seit Anfang März 2020 kein einziges Livekonzert gehabt. Meine Liedertour fand nicht statt, die Akustik-Tournee und zwei Kreuzfahrten mit Tom Pauls ebenso wenig. Dabei stand ich seit 1973 fast jedes Wochenende auf der Bühne. Da leidet die Künstlerseele.

Haben Sie Entzugserscheinungen nach dem Publikum?

Ich habe nach allem Entzugserscheinungen. Nach den Fans, dem Singen. Mir fehlen meine Musiker, meine Background-Sängerinnen, meine Techniker. Ganz abgesehen vom finanziellen Desaster. Es wird sicher einige geben, die das nicht überleben.

Haben Sie während des Lockdowns neue Projekte verfolgt?

Nachdem ich die erste große Schockstarre überwunden hatte, war ich sehr froh, dass Ross Antony, sein Mann Paul Reeves und ich im Sommer ins Studio gegangen sind und Weihnachtslieder eingesungen haben. Das Album erschien im November. Da hatte man endlich wieder das Gefühl, man existiert noch als Künstler.

Nächstes Jahr steht Ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum an. Sie wurden ja 1971 in einem Ferienlager in Straußberg bei Sondershausen entdeckt.

Genau. Da war nichts los. Und einer der Betreuer hatte eine Gitarre mit. Ich bat ihn, Schlager zu spielen, um dazu zu singen. Auf einmal kamen immer mehr Kinder. Zum Schluss stand das komplette Ferienlager um unser Zelt herum. Als ich gerade "Mendocino" sang, rief plötzlich jemand: Wer singt da? Da dachte ich: Jetzt fliegst du raus, weil du Westtitel im FDJ-Lager singst. Ich bin aber nicht rausgeflogen, sondern habe meinen Entdecker Heiner Kusch kennen gelernt. Ihm verdanke ich, den Start meiner Karriere.

Sie sind 1984 bei einem TV-Auftritt im Westen geblieben. Was war der Grund?

Darüber habe ich eigentlich schon alles gesagt. Vielleicht nur so viel: Ich wollte eine Chance auf ein selbstbestimmtes Leben haben.

Sie sind 1996 wieder in Ihre Geburtsstadt Weimar zurückgekehrt. Hatten Sie Heimweh?

Ja, sehr. Wenn ein Fernsehbericht über Weimar lief, dann hatte ich plötzlich was in der Küche zu tun. Das konnte ich nicht ertragen. Ich habe ja gedacht, dass ich meine Heimat möglicherweise nie wiedersehen werde. Deswegen bin ich ein absoluter Gewinner der Wiedervereinigung. Ich konnte zu meiner Familie zurück, zu meinen Wurzeln und zu meinen Fans.

Sie sind eine Frühaufsteherin und beginnen den Tag oft mit Sport. Wie genau halten Sie sich fit?

Nach dem Aufstehen heißt es jeden Morgen: Ölziehen mit Kokosöl. Das ist ein uraltes Heilmittel, das vor allem die Russen praktiziert haben. Es zieht Giftstoffe aus dem Körper und erhält Zahnfleisch und Zähne gesund. Dabei zieht man einen Schluck Kokosöl durch die Zähne. Danach gehe ich entweder aufs Trampolin oder in den Keller. Dort stehen ein Crosstrainer und andere Sachen, mit denen man sich fit hält. Oder ich gehe auf meinen Ettersberg.

Wissen Sie schon, wann man Sie mal wieder live auf der Konzertbühne erleben kann?

Ich befürchte erst Mitte des Jahres. Die Liedertour, die ja bereits verschoben wurde, steht wieder unter keinem guten Stern. Sie soll Ende Februar starten. Im kommenden Jahr plane ich auf jeden Fall eine große Tournee zum 50-jährigen Bühnenjubiläum. Und dann soll auch ein neues Album erscheinen. Dabei möchte ich wieder mit Jeanette Biedermann, die schon Texte zu "Ich weiß, wie Leben geht" geschrieben hat, ihrem Mann Jörg Weißelberg und Simon Allert zusammenarbeiten.

  • "MDR um 4" mit Ute Freudenberg, heute, 16 Uhr, MDR-Fernsehen. Alle Konzert- und TV-Termine von Ute Freudenberg unter: www.ute-freudenberg.de

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