Thüringer Schulen starten Vollbetrieb frühestens Ende April wieder

Wenn die Schule am 20. April wieder starten sollte, brauche man eine Woche, um alles wieder normal zum Laufen zu bringen. „Unterricht nach Stundenplan kann ab 27. April stattfinden“, sagt Bildungsminister Holter.

Bis nach den Osterferien sollen Schüler in Thüringen zu Hause lernen. (Symbolbild)

Bis nach den Osterferien sollen Schüler in Thüringen zu Hause lernen. (Symbolbild)

Foto: Peter Michaelis

Wenn die Bundeskanzlerin am 16. April mit den Ministerpräsidenten das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Krise berät, entscheidet sich auch, ob – und falls ja – wann nach Ostern die Schulen wieder öffnen. Weil zwischen Krisengipfel und bislang geplantem Neustart aber nur wenige Tage liegen, geht Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) nicht davon aus, dass die Schulen sofort im Vollbetrieb wieder funktionieren würden. Wenn die Schule am 20. April wieder starten sollte, brauche man eine Woche, um alles wieder normal zum Laufen zu bringen. „Unterricht nach Stundenplan kann dann ab 27. April wieder stattfinden“, sagt der Bildungsminister. Aktuelles zur Corona-Krise lesen Sie auch in unserem Liveblog

Schulstart mit Sonderregelungen möglich

„Wir brauchen eine Woche, um den Unterricht wieder normal zum Laufen zu bringen. Unterricht nach Stundenplan kann dann ab 27. April wieder stattfinden“, so Holter. Voraussetzung ist, dass Regierung und Robert-Koch-Institut grünes Licht dafür geben. Vielleicht gebe es aber Auflagen, zum Beispiel was die Abstände zwischen den Schülern angehe. Zudem brauche man ausreichend Zeit, damit der öffentliche Personennahverkehr vom Sonder- auf Normalfahrplan umgestellt werde, um den Schülertransport sicherzustellen.

Holter weiter: „Wir erarbeiten gerade ein Szenario, wie der schulische Betrieb wieder hochgefahren werden kann.“ Nächste Woche will der Minister sein Konzept im Kabinett vorstellen. „Ich habe nicht die Illusion, dass der Stoff zu Hause eins zu eins wie in der Schule vermittelt werden konnte.“ Auch deshalb wünsche er sich, „dass die Schule wieder losgeht“.

Was ist jedoch, wenn die Gefährdungslage anhält oder sich verschärft?

Prüflinge sollen angemessene Vorbereitungszeit bekommen

Dann muss Holter "perspektivisch" entscheiden, ob die Lerninhalte in einer vergleichbar kurzen Zeit noch nachzuholen sind und wie er das Schulhalbjahr insgesamt bewerten soll. Es gehe schließlich auch um mögliche Versetzungen.

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Corona: Keine Klassenfahrten und Wandertage mehr bis Schuljahresende

Zudem sollen Prüfungstermine erst festgelegt werden, wenn klar ist, dass und wann die Schule wieder beginnt. „Jeder der geprüft wird, soll eine angemessene Zeit haben, um sich darauf vorbereiten zu können“, verspricht Holter.

Auch Klassenfahrten und Wandertage wird es bis Ende dieses Schuljahres nicht geben. Stornokosten will das Land Thüringen erstatten. Die Sommerferien beginnen im Freistaat am 20. Juli.