Klingbeil muss nach Niederlage gegen Meppen viel Aufbauarbeit beim FCC leisten

Jena.  Nach dem 0:2 gegen den SV Meppen schwinden die Hoffnungen des FC Carl Zeiss Jena auf den Klassenerhalt. Die Fans sind sauer - und zeigen das auch sehr deutlich.

„Schämt Euch“, skandiert die Südkurve: Julian Günther-Schmidt (M.) und seine Mitspieler verlassen nachdenklich die Kurve.

„Schämt Euch“, skandiert die Südkurve: Julian Günther-Schmidt (M.) und seine Mitspieler verlassen nachdenklich die Kurve.

Foto: Tino ZippeL

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Pfiffe und Schmäh-Rufe begleiteten die Fußballer des FC Carl Zeiss Jena am Sonnabend in die Kabine. Und sie waren berechtigt. 0:2 gegen den SV Meppen verloren und wie ein Absteiger gespielt: So lautete die bittere Bilanz des Tages, die Interimstrainer René Klingbeil im dritten Spiel die erste Niederlage bescherte.

Dennoch, der 38-Jährige darf als Teamchef bis Saisonende weitermachen. Das kündigte Geschäftsführer Chris Förster an. Klingbeil zur Seite gestellt wird ein Trainer mit der für die 3. Liga notwendigen Fußball-Lehrerlizenz, die er noch nicht besitzt. Der frühere Co-Trainer und bisherige Interimscoach würde im Trainerteam dennoch den Ton angeben. Offen ließ Förster, ob die Jenaer für die vakante Stelle eine interne oder externe Lösung suchen. Drei im Nachwuchs tätige Trainer des Vereins hätten die nötige Lizenz. Am wahrscheinlichsten erscheint aktuell, dass A-Junioren-Coach Kenny Verhoene Klingbeils neuer Assistent wird. Er war von Mitte 2016 bis Anfang 2019 schon Sportdirektor beim FC Carl Zeiss. „Das ehrt mich natürlich, dass der Verein, der Geschäftsführer mir so viel Vertrauen schenkt“, sagte Klingbeil. Jetzt könne er nur das tun, was in seiner Macht steht - die Mannschaft auf das Ostduell am kommenden Sonnabend beim 1. FC Magdeburg so gut wie möglich vorbereiten.

Nicht eine hundertprozentige Torchance

Und es gibt definitiv viel Aufbauarbeit zu leisten, das ist auch dem gebürtigen Berliner klar. „Wir haben von Anfang an keinen Zugriff bekommen, waren zu weit von den Gegenspielern weg“, analysierte er das enttäuschende 0:2 gegen Meppen. Klingbeil konnte nicht eine hundertprozentige Torchance nennen, die sich seine Mannschaft erarbeitete. Auf der Gegenseite vor 4203 zumeist frustrierten Zuschauern waren die Niedersachsen effizient. Bereits nach 15. Minuten köpfte Luka Tankulic zur Führung ein. Die komplette Jenaer Hintermannschaft hatte geschlafen und das vermissen lassen, was Klingbeil fordert. „Wir müssen aggressiver agieren, gerade im Abstiegskampf musst du dich in die Zweikämpfe reinbeißen.“ Trotz Rückenwindes gelang das auch in der zweiten Halbzeit nicht. Im Gegenteil: Als Florian Egerer aus knapp 25 Metern abzog und zum 2:0 für Meppen traf, war die Begegnung entschieden. Es waren gerade einmal 50 Minuten gespielt.

Zeiss-Keeper Jo Coppens war maßlos enttäuscht: „Das war einfach nicht das Level, was wir spielen wollen, wenn wir die Klasse halten wollen.“ Seine Einschätzung zur Begegnung war genau so kurz wie zutreffend. „Wir haben es 90 Minuten nicht geschafft, die bessere Mannschaft als Meppen zu sein.“

Zur Diskussion über die Trainerpersonalie wollte er sich nicht äußern. „Wir müssen uns mit unserem Job beschäftigen und weiter geht’s“, sagte der Belgier. Es sei noch nichts verloren. Das sieht auch Teamchef Klingbeil so. So lange der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich ist, werde die Mannschaft weiter alles versuchen. Für jeden Einzelnen bestehe jedes Wochenende die Möglichkeit, „sich zu zeigen“. Das Casting für einen möglichen Neuanfang in der Regionalliga hat also längst begonnen. Mit dem Auftritt vom Wochenende dürfte es aber für viele Spieler schwer werden mit einem neuen Arbeitspapier - egal ob in Jena oder anderswo.

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