Kolumne: Hoeneß verliert mit Bayern München – gegen den FC Carl Zeiss aus Jena

Nur der FCC – der Wochenrückblick: OTZ-Chefredakteur Jörg Riebartsch auf der Suche nach Abseitsfallen, Blutgrätschen und Seitfallziehern.

Bayern Muenchen II vs. FC Carl Zeiss Jena. Im Bild: Jubel bei den FCC-Spielern.

Bayern Muenchen II vs. FC Carl Zeiss Jena. Im Bild: Jubel bei den FCC-Spielern.

Foto: Thomas Corbus

„Viel Aufwand, kein Ertrag!“ Jenas Trainer Rico Schmitt klang frustriert, als er versuchte, die 0:3-Heimniederlage am Freitag vor einer Woche gegen den Halleschen FC zu erklären. Es waren wieder einmal maßgeblich die Standards des Gegners, die den FCC um einen Ertrag brachten. Fleiß und eigene spielerische Qualität waren durchaus da. Aber auch keine Chancenverwertung.

Es wirken so einige Dinge rund um den FC Carl Zeiss Jena unprofessionell. Zum Beispiel, dass die Vereinsführung vor dem Heimspiel gegen Halle die Fans vergaß darüber zu informieren, dass es eine Schweigeminute für den gebürtigen Jenaer Robert Enke geben sollte. Oder dass kurz vor der Öffnung der Tore des Stadions der Internetzugang ausfiel. Damit gab es kein Ticketsystem an den Kassenhäuschen. Man kann nur mit dem Kopf schütteln.

An diesem Freitagabend hatte nun der FCC bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern München zu bestehen. Und da präsentierte sich das Team von Schmitt ganz anders, nämlich erfolgreich. Erster Auswärtssieg bei der zweiten Mannschaft von Rekordmeister Bayern München. Mit 3:2 nehmen die Jenaer drei Punkte mit nach Hause. Der Sieg gelang mit etwas Glück, aber dennoch nicht unverdient. Die Ostthüringer wurden für ihren Fleiß belohnt.

Rico Schmitt hatte es selbstbewusst vorausgesagt. Die kleinen Bayern werden übrigens von Sebastian Hoeneß trainiert, dem Neffen von Uli Hoeneß, dem legendären Ex-Präsidenten der Bayern. Mit neun Punkten kann Jena nun schon mal das Fernglas auspacken und nach den Mitbewerbern gegen den Abstieg Ausschau halten: Münster, Großaspach und Chemnitz.

Eine Niederlage hingegen erlitt der FCC übrigens nun final vor dem DFB-Schiedsgericht. Es geht um das Zünden von Pyrotechnik durch einige Fans der Jenaer. Dabei steht im Mittelpunkt eine Summe von mehr als 70.000 Euro an Strafen, die der DFB aus den Fernsehgeldern, die dem Fußballverein gehören, vorsorglich schon mal einbehalten hat. Jetzt könnte der FCC nur noch vor ein ordentliches Gericht ziehen. Mal sehen, ob die Führung des Vereins diese Strapazen auf sich nehmen wird.

Damit noch nicht genug an schlechten Nachrichten. Reinhardt Töpel, Chef einer Spedition, ist tot. Er war für sieben Jahre, bis 2016, Vorsitzender des Aufsichtsrats des FC Carl Zeiss Jena. Der Verein trauert um ihn.

Früherer Aufsichtsratschef Töpel des FC Carl Zeiss Jena ist tot

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