Ausstellung

56 Kunstwerke bei Jahresverkauf des Jenaer Kunstvereins

Jena.  Statt der traditionellen Kunstauktion im Stadtspeicher geht der Verein nun ins Netz und hofft auf viele Kaufinteressenten.

Geschäftsstellenleiterin Nadine Rall in den Räumen des Jenaer Kunstvereins vor einer Arbeit von Sabine Rittweger aus Eisenach. Neben ihr eine Skulptur von Klaus Langmann.

Geschäftsstellenleiterin Nadine Rall in den Räumen des Jenaer Kunstvereins vor einer Arbeit von Sabine Rittweger aus Eisenach. Neben ihr eine Skulptur von Klaus Langmann.

Foto: Ulrike Kern

Seit 2005 war die Jahresauktion des Jenaer Kunstvereins lieb gewonnene Tradition. Immer in der Vorweihnachtszeit wurde der Kauf von Kunst in der spannungsvollen Atmosphäre einer Versteigerung in den Räumlichkeiten des alten Stadtspeichers ermöglicht. Und zugleich bot die angebotene Kunst einen Einblick in das vielseitige künstlerische Schaffen der Thüringer Künstler und darüber hinaus.

Doch in diesem Jahr verhindern die Corona-Epidemie und die damit zusammenhängenden Gegenmaßnahmen eine solche Auktion, die natürlich von dem dicht gedrängten Publikum auch irgendwie lebte. Und so waren der Verein, die Mitglieder und verbundene Künstler gezwungen, neue Wege zu beschreiten: Aus der geplanten 15. Jahresauktion zum 30. Jubiläum des Kunstvereins wurde kurzerhand der 1. Jahresverkauf. Die Kunst wechselte ins Netz und ist dort bis voraussichtlich Ende Januar 2021 zu sehen.

Täglich wird eine der 56 Arbeiten vorgestellt

Der Jenaer Kunstverein hat für den Jahresverkauf vorwiegend Künstler aus Mitteldeutschland ausgewählt und jeweils eine Arbeit – einen Querschnitt aus Fotografie, Malerei, Grafik, Collagen und Objekten – in der Ausstellung bestimmt. Alle Künstler sind dem Verein bereits verbunden, denn letztlich musste in diesen schweren Zeiten eine schnelle und unkomplizierte Lösung für die Künstler gefunden werden, denen mit dem Ausfall der Kunstmesser Artthuer Anfang November in Erfurt auch eine wichtige Plattform für den Verkauf wegbrach. Auf der Website und in den Social-Media-Kanälen des Jenaer Kunstvereins wird seit Mitte November täglich eine der 56 Arbeiten vorgestellt. „Das kommt sehr gut an“, freut sich Geschäftsstellenleiterin Nadine Rall und hofft, dass Kunstinteressierte vielleicht auch die Homepage des Künstlers mit weiteren Arbeiten besuchen werden.

Mit Erwerb wird auch Kunstverein unterstützt

Für den Ankauf über den Kunstverein soll man seine Kaufabsicht per Telefon oder Mail kundtun und hat dann immer auch die Möglichkeit, die Arbeit im Original im Stadtspeicher gemäß der geltenden Anordnungen persönlich anzuschauen. Mit einem Erwerb werden aber nicht nur die Künstler, sondern auch der Kunstverein unterstützt, der 20 Prozent des angegebenen Kaufpreises für die Finanzierung folgender Ausstellungsprojekte einsetzt. Denn auch das kommende Jahr wird nicht unbedingt einfacher, wie Conny Dietrich, stellvertretende Vorstandsvorsitzende, einschätzt. Basierend auf einem Nothaushalt der Stadt Jena muss der Kunstverein vorerst mit 75 Prozent der bewilligten Gelder aus dem Vorjahr rechnen und wirtschaften. Doch von den Finanzen abgesehen, musste nun die vierte große Ausstellung unter erschwerten Bedingungen gestemmt werden. „Mit deutlich mehr Arbeit. Die Kommunikationswege im Verein sind komplizierter, die beschleunigte Umstellung auf digitale Formate hat uns einiges abverlangt. Zudem bricht der Kunstverein als sozialer Treffpunkt völlig weg und von den zumeist ehrenamtlichen Mitwirkenden des Vereins wird eine enorme Flexibilität abverlangt. Darüber hinaus haben allen voran die Künstler aber auch der Verein mit spürbaren Einkommensverlusten zu kämpfen“, so Conny Dietrich. Mit dem Jahresverkauf will der Kunstverein ein Stück dagegen wirken.

Alle Infos zum Jahresverkauf unter www.jenaer-kunstverein.de