Bernd Schäfer gilt als Zeitzeuge für Gothaer Kunstraub

Gotha.  Bernd Schäfer ist Zeitzeuge zum Kunstraub in Gotha. Er freut sich, dass die Bilder nach 40 Jahren wieder aufgetaucht sind.

Bernd Schäfer beim Sortieren der Kupferstiche im Schloss Friedenstein in Gotha.

Bernd Schäfer beim Sortieren der Kupferstiche im Schloss Friedenstein in Gotha.

Foto: Conny Möller

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Die Nachricht der wieder aufgetauchten fünf Gemälde, die vor 40 Jahren aus dem Schloss Friedenstein gestohlen wurden, rief bei Bernd Schäfer, dem ehemaligen Direktor für Wissenschaft und Sammlung bei der Stiftung Schloss Friedenstein in Gotha, nicht nur positive Erinnerungen hervor.

Nie habe er daran gedacht, dass die Bilder jemals wieder auftauchen würden. „Es gab viele Gerüchte, doch ich konnte mir nicht vorstellen, was damals passiert war“, erzählt Schäfer. Der studierte Museologe betreute fast 38 Jahre im Schloss die Kupferstichsammlung mit ihren rund 45.000 Blättern. Natürlich kannte er auch die umfangreiche Gemäldesammlung und deren Bilder von van Dyck, Hals, Brueghel, Holbein und Lievens.

„An dem besagten Tag, als der Raub geschah, war ich gar nicht da“, sagt der heute 66-Jährige. Er sei mit einem Mitarbeiter mit dem Moped ins Schraubenwerk nach Tambach-Dietharz gefahren. Was sie dort besorgen wollten, daran kann sich einstige Museumschef nicht mehr erinnern, nur an die tags darauf herrschende große Aufregung im Schloss.

Zahlreiche Untersuchungen und Museumsmitarbeiter verhört

Die Polizei sei tagein tagaus im Haus unterwegs gewesen, es wurden zahlreiche Untersuchungen vorgenommen und Museumsmitarbeiter verhört. Nicht nur für Schäfer war dies eine schlimme Zeit, denn auch die Wohnungen der Mitarbeiter wurden durchsucht. „Es gab Gerüchte und Spekulationen“, erinnert er sich. Der Kunstraub spielte zu DDR-Zeiten nur eine untergeordnete Rolle in den Tageszeitungen, doch unter der Gothaer Bevölkerung wurde darüber anders gesprochen. Für Schäfer stellt sich nunmehr die Frage, was aus den Bilderrahmen geworden ist. „Es waren schöne historische Rahmen gewesen“, so der Museologe.

Dass die Bilder nun wieder da sind, habe ihn besonders gefreut. Trotzdem kann er es immer noch nicht recht glauben, dass alles nach 40 Jahren nun ein gutes Ende genommen hat. „Von den damaligen Mitarbeitern ist ja keiner mehr da. Die Aufsichtskräfte sind im Rentenalter, der damalige Museumsleiter verstorben und der Sicherheitschef auch nicht mehr da“, erklärt Schäfer Für ihn steht fest, er wolle sich die Bilder, wenn sie wieder in Gotha sind, in aller Ruhe ansehen.

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