Theater-Zirkus-Spektakel mit 120 Schülern in Jena

Jena  Die Musik- und Kunstschule Jena und der Kinder- und Jugendzirkus MoMoLo bringen das Märchen „Undine“ als Theaterstück mit viel Artistik auf die Bühne des Theaterhauses. Das Publikum war begeistert.

Die Luftartistinnen überzeugen als Nixen am vertikalen Tuch. Fotos: Tina Peißker

Die Luftartistinnen überzeugen als Nixen am vertikalen Tuch. Fotos: Tina Peißker

Foto: zgt

Ritter Hans möchte Prinzessin Berthalden zur Frau. Zuvor muss er sich jedoch würdig erweisen und durch den Finsterwald reiten. Auf seinem Weg macht er Rast an einer Fischerhütte und lernt Undine kennen. Es dauert nicht lange, und Hans verliebt sich in die geheimnisvolle Schönheit, die eigentlich eine Wassernymphe ist, und heiratet sie kurz entschlossen. Im Liebesrausch schwört er ihr zudem bei seinem Leben ewige Treue.

Als Hans Undine mit aufs Schloss nimmt, gibt es jedoch bald Probleme. Undine passt nicht in die höfische Welt. Ihre Auftreten und der sie begleitende Spuk macht den anderen Angst. Und so flüchtet sich der wankelmütige Hans schließlich wieder in die Arme Berthaldens.

Die Musik- und Kunstschule Jena und der Kinder- und Jugendzirkus MoMoLo erzählen mit „Undine“ ein eigenwilliges Märchen. Für übernatürlichen Zauber sorgen neben dem wunderbaren Erzähler Philipp Michael Börner junge Schauspieler, Akrobaten, Chorsänger, Ballett-Tänzer und Orchestermusiker. Insgesamt wirken 120 Akteure mit, vom Kindergartenkind bis zum Abiturienten.

In abwechslungsreichen Artistiknummern verkörpern etwa Stelzenläufer den Finsterwald, Einradfahrer die dort lebenden Gespenster, und Trampolinspringer mimen die Wasserfontänen des Schlossbrunnens. Die Trapezkünstler stellen nächtliche Spukgestalten dar. Von Schwarzlicht erleuchtet turnen sie an ihren Stangen und bieten ein wundersames Bild.

Schön bizarr sind auch Spiel und Kostüme der Hauptdarsteller: Wasserwesen Undine (Franziska Busch) trägt eine rote Marge-Simpson-Turmfrisur, ihre Arme vollführen immer wieder Wellenbewegungen. Prinzessin Berthalden (Karolin Seufert) hat sich in ein Kugelkleid gehüllt und fächelt sich permanent Luft mit der Hand zu. Und Hans (Moritz Illmer) ist ein recht phlegmatischer Herzensbrecher im überlangen Kettenhemd.

Die Regisseurinnen Kerstin Lenhart und Tina Keserovic haben ein schräges, fantasievolles und höchst facettenreiches Theater-Zirkus-Spektakel kreiert. Ein Gewaltakt, an dem schon seit September geprobt wurde. Zwar gelingt zur Premiere am Donnerstag nicht jedes Kunststück, dennoch weht ein Hauch Cirque de soleil durchs Jenaer Theaterhaus. Und das Publikum – die Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde – feiern das junge Ensemble zu Recht mit lautem Applaus.

Weitere Termine: heute & morgen, 18 Uhr, Restkarten an der Abendkasse.