Klassik-Stiftung Weimar übernahm ihren gewichtigsten Neubau

Weimar. Ein Zentrales Museumsdepot in Weimar wird nach zwei Jahren Bauzeit bezogen. Der Umzug der Kunstschätze dauert bis Ende 2015.

Rico Haferburg (links) und Ilja Streit transportieren erste Kunstobjekte in das Depot. Foto: Marco Kneise

Rico Haferburg (links) und Ilja Streit transportieren erste Kunstobjekte in das Depot. Foto: Marco Kneise

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Es ist endlich vollbracht, beinahe! Das zentrale Museumsdepot der Klassik-Stiftung steht: an der Ettersburger Straße, hinter der Redoute.

Baulich ist es fertig, die Direktion Museen mit Wolfgang Holler an der Spitze kann beginnen, es zu nutzen. Erste "Bewohner" zogen am Mittwoch ein: Kunst- und Kulturschätze der Stiftung. Sie lagern bislang an 14 verschiedenen Orten in Weimar.

Man darf also allmählich erleichtert aufatmen. Die Gefährdung dieser Schätze wird von Tag zu Tag abnehmen. Es wird allerdings noch zwei Jahre dauern, bis auch das letzte Stück sein neues Zuhause erreicht hat.

Es gab und gibt prominentere Bauprojekte der Klassik-Stiftung: das Goethe-und-Schiller-Archiv, das Bauhaus-Museum, das Schloss. Es gibt aber kein wichtigeres als dieses Depot.

Nicht nur könnte ohne dieses niemals das Schloss zur Sonne im "Kosmos Weimar" werden, wie der für 2008 bis 2017 aufgelegte Masterplan es vorsieht. Mit der Er- und Einrichtung des Depots erfüllt die Stiftung zudem endlich ihr Kerngeschäft: die wertvollen Beständen angemessen zu sichern und zu pflegen.

Deshalb hatte das Depot oberste Priorität, seit das Gutachten einer Strukturkommission der Stiftung vor allem diesbezüglich das denkbar schlechteste Zeugnis ausstellen musste. Das war im Juni 2005, das vernichtende Feuer in der Anna-Amalia-Bibliothek war eben erst gelöscht worden. Jederzeit konnte sich aber eine ähnliche Katastrophe in einem anderen der Weimarer Museen wiederholen, warnte die Kommission.

Das Depot sollte also bis 2009 fertig werden, kündigte die Stiftung alsbald an. Im Masterplan hieß es dann: "Noch 2008 wird die Stiftung das Grundstück an der Ettersburger Straße erwerben, wo das Depot bis 2011 entstehen wird."

Der erste Teil des Planes ging auf, der zweite nicht. Das betrifft auch die Kosten, die zunächst mit über 6, später mit 11 Millionen Euro veranschlagt wurden. Nun sind es 15,5 Millionen, je zur Hälfte von Bund und Land.

Zum Spatenstich kam es Ende Oktober 2011. Zwei Jahre dauerte der Bau. Nach weiteren zwei Jahren, wenn der letzte aller Umzüge stattgefunden haben wird, stehen, hängen und liegen ander Ettersburger Straße dann: 2500 Gemälde, 2000 Plastiken, 2500 Möbel, 15"000 kunstgewerbliche Objekte und der Fotobestand der Museen. Ihnen verspricht die Stiftung, was sie bislang entbehren: "bestmögliche klimatische Bedingungen".

Allein schon der massive, hochgedämmte Baukörper sorge für Klimastabilität. Hinzu komme eine energieeffiziente Klimaanlage. Und: "Die Sicherheit der Bestände gewährleistet eine automatische Stickstofflöschanlage in Kombination mit einer Brandmeldeanlage."

Zu 3700 Quadratmetern Lagerfläche kommen 500 Quadratmeter für die Restaurierungswerkstätten hinzu. Sie sind nicht nur Pflege-, sondern auch Forschungsstationen.

Zuerst eingezogen sind am Mittwoch übrigens drei Meißner Porzellan-Figuren, Zeichnungen von Henry van de Velde, Sandsteinskulpturen aus dem Wielandgut Oßmannstedt und zwei Büsten: von Herzog Carl August und von Goethe.

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