Kulturpolitiker der CDU-Landtagsfraktion besuchen Burg Ranis und Schloss Burgk

Ranis  Delegation bespricht die Zukunft des Museums auf Burg Ranis – ohne den Bürgermeister der Stadt

Die Zukunft des Museums auf Burg Ranis, dessen Betrieb von der Stadt geschultert wird, ist fraglich, da Ranis bald pleite sein könnte. Kulturpolitiker der CDU-Landtagsfraktion lassen sich über die Lage vor Ort unterrichten und beraten Unterstützungsmöglichkeiten.

Die Zukunft des Museums auf Burg Ranis, dessen Betrieb von der Stadt geschultert wird, ist fraglich, da Ranis bald pleite sein könnte. Kulturpolitiker der CDU-Landtagsfraktion lassen sich über die Lage vor Ort unterrichten und beraten Unterstützungsmöglichkeiten.

Foto: Martin Lücke

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Eine Tagesexkursion führte Kulturpolitiker der CDU-Landtagsfraktion am Dienstag in den Saale-Orla-Kreis. Grund des Besuchs zweier Burgen und Schlösser der Region in Ranis und Burgk war die Zukunft der jeweiligen Museen in den historischen Gemäuern. In Ranis verpasste der ehrenamtliche Bürgermeister Andreas Gliesing (CM/GEV) das Treffen.

Angeführt wurde die Delegation vom kulturpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Jörg Kellner, und von Stefan Gruhner, dem stellvertretenden Vorsitzenden des Landtags-Ausschusses für Europa, Kultur und Medien. Gruhner sagte im Vorfeld: „Die CDU-Landtagsfraktion wird die Zukunft des Museums auf der Burg Ranis in der nächsten Sitzung des Kulturausschusses des Landtags auf die Tagesordnung setzen.“ Es sei ihm wichtig, im Vorfeld der Sitzung auch vor Ort das Gespräch zu suchen. Außerdem diskutiere man aktuell die „Museumsperspektive 2025“ im Landtag. Diese Konzeption beschäftigt sich mit der Zukunft der Museumslandschaft in Thüringen. „In Burgk wollen wir erfahren, welche Meinung und Anregungen die Praktiker vor Ort haben und wie der Freistaat das Museum Schloss Burgk noch besser unterstützen kann.“ Als weiteres Ausschussmitglied war Thadäus König dabei. Hinzu kamen die Fraktions-Referenten Reyk Seela (Kultur) und Gunter Braniek (Umwelt). Das Interesse von Letzterem galt in Ranis vor allem der Geologie-Sparte des Hauses. Komplettiert wurde die Runde durch den CDU-Landtagsabgeordneten Christian Herrgott. Die Museums-Volontärin Josephine Schubert führte die Männer am Tag der Saison-Eröffnung durchs Haus, erläuterte kurz aber fundiert einzelne Ausstellungen und verwies auf Besonderheiten, Errungenschaften und Herausforderungen.

Es schloss sich ein Beratungsgespräch an, bei dem es vor ­allem um die finanzielle Notlage der Stadt Ranis und die damit verbundene Gefährdung des Museumsstandorts ging. Neben viel verdientem Lob für die Volontärin sorgte die Abwesenheit des zuvor eingeladenen Bürgermeisters für Verstimmung. Man hätte keine Rückmeldung erhalten, hieß es aus der Runde.

Am Nachmittag bestätigte Andreas Gliesing, den Termin verpasst zu haben. „Ich habe die Einladung erhalten und wollte da eigentlich auch hingehen“, so der überraschte Bürgermeister am Telefon, der noch weitere Ausführungen zur Museumsentwicklung anschloss. Während die Burg selbst der Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten gehört, obliegt der Betrieb des Museums der Stadt, eine freiwillige Aufgabe, die zuletzt zunehmend in die Kritik geriet aufgrund der damit verbundenen Kosten. Seit 2015 unterstützt die Landesregierung das Museum mit jährlich 50.000 Euro. Die drohende Schließung des Museums war im Februar öffentlich geworden. Kellner nannte es einen Weckruf und betonte den historischen Wert der Burg und der Ausstellungen sowie die überregionale Bedeutung der Einrichtung.

Gruhner und Herrgott waren sich darin einig, dass man eine 1700-Seelen-Stadt mit einer solchen Aufgabe nicht allein lassen könne, das Land helfen müsse. Das Ziel müsse eine langfristige Absicherung des Betriebs sein. Regional gebe es dafür angesichts der Finanzlage der Stadt und des Ausfalls einer kurzfristigen Fusion mit Pößneck wohl keine Perspektive.

Insofern richte sich der Blick neben Ansätzen zur Entlastung der Kommune auf die Stiftung Mitteldeutsche Schlösser und Gärten, die im Sommer in Kooperation von Thüringen und Sachsen-Anhalt ihre Arbeit aufnehmen und vom Bund 200 Millionen Euro Zuschuss erhalten soll. „Der Zeitdruck ist enorm“, umriss Kellner die Lage.

Meine Meinung: Martin Lücke über das Fehlen des Bürgermeisters

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Zu den Kommentaren
Im Moment können keine Kommentare gesichtet werden. Da wir für Leserkommentare in unserem Internetauftritt juristisch verantwortlich sind und eine Moderation nur während unserer Dienstzeiten gewährleisten können, ist die Kommentarfunktion wochentags von 22:00 bis 08:00 Uhr und am Wochenende von 20:00 bis 10:00 Uhr ausgeschaltet.