25 Jahre Wiedereinweihung des Arnstädter Theaters

Arnstadt.  Festkonzert der Jenaer Philharmonie am Samstagabend unter Coronabedingungen.

Festkonzert der Jenaer Philharmonie zu 25 Jahre Wiedereinweihung des Arnstädter Theaters. Im Bild ist Doralice Borosz.

Festkonzert der Jenaer Philharmonie zu 25 Jahre Wiedereinweihung des Arnstädter Theaters. Im Bild ist Doralice Borosz.

Foto: Berit Richter

Der 1. September 1995 war ein ganz besonderer Tag in der langen Geschichte des Theaters im Schlossgarten, wurde es an diesem Tag doch noch lang währender Sanierung endlich wieder eingeweiht. 1839 hatte Fürst Günther Friedrich Karl II. die fürstliche Reitbahn im Schlossgarten für Theateraufführungen zur Verfügung gestellt. Drei Jahre später erfolgte die offizielle Umnutzung zum „Fürstlichen Hoftheater“.

1903 wurde das Theater mit einem größeren Kostenaufwand umgebaut. Nach dem Ersten Weltkrieg ging es in den Besitz der Stadt über und wurde in Schlossgartentheater umbenannt. Mehrmals drohte in der Folgezeit wegen finanzieller Probleme die Schließung. 1988 musste das Theater dann tatsächlich seine Pforten schließen. Zu baufällig war das Gebäude geworden. In den folgenden Jahren wurde es gründlich renoviert, rekonstruiert und ausgebaut. So erhielt der Eingangsbereich einen Anbau und kam ein modernes Theatercafé hinzu. 1995 wurde der Theaterverein gegründet, der seitdem das Haus mit finanzieller Unterstützung der Stadt betreibt.

All das wurde am Samstag mit dem Festkonzert der Jenaer Philharmonie gefeiert, die seit vielen Jahren treuer Gast im Hause ist. Genaugenommen sogar doppelt. Denn aufgrund der großen Nachfrage, schon lange vor Corona, gab es nun zwei Konzerte, um der eingeschränkten Platzkapazität gerecht zu werden. Auch sonst war es rein äußerlich kein Konzert wie immer. Statt große Kapelle gab es sozusagen Philharmonie light. Nur 24 Musikerinnen und Musiker, ausnahmslos Streicher, durften sich in gebührendem Abstand auf der Bühne versammeln. Der Qualität tat dies keinen Abbruch.

Orchester bestehtcoronabedingt nur aus Streichern

Wie gewohnt stand der Klangkörper für höchste Qualität. Und auch wenn das Motto diesmal „Sagenhafter Norden“ lautete, Gastdirigent Claus Efland als Däne Werke skandinavischer Kompositen ausgewählt hatte: Nordisch kühl wurde es keineswegs. Vielmehr gab es viel Romantik, gepaart mit einer Brise Mystik und viel Temperament.

Unter anderem durfte sich das Publikum an einer Romanze von Jean Sibelius freuen. Besonderer Höhepunkt des Konzertes war eine weitere Romanze, diesmal vom Norweger Johann Svendsen komponiert, bei dem Sologeigerin Doralice Borosz glänzte. Aus seiner dänischen Heimat hatte Claus Efland die dort äußerst beliebte Suite für Streicherorchester von Carl Nielsen mitgebracht. „Bach war sein großes Vorbild“, verriet der Dirigent. „Er wäre jetzt sicher ein bisschen stolz, dass seine Musik, vielleicht zum ersten Mal, in einer echten Bach-Stadt erklingt.“

Natürlich durfte der hierzulande wohl bekannteste skandinavische Komponist nicht fehlen, Edvard Grieg. Wenn Grieg komponiert hat, dann meist erst für Klavier, und dann das Stück für Orchester umgeschrieben, erklärt Efland. So auch zwei norwegische Weisen, die am Samstag zu hören waren. Das etwas dunkle, mystische „Im Volkston“ und der fröhliche „Kuhreigen und Bauerntanz“. Eine kleine Zugabe hatten die Musiker, die insgesamt aufgrund der Doppelbelastung ein etwas kürzeres Konzert als gewohnt boten, dann auch noch mitgebracht. So stand das Fazit: Auch wenn etwas anders als vor einem Jahr geplant, das Festkonzert wurde zum würdigen Höhepunkt für ein Vierteljahrhundert modernes Arnstädter Theater.