Sänger mit kultivierter Bassstimme beeindruckt in Ilmenau

Ilmenau.  Philipp Meierhöfer tritt das erste Mal als Solist in der Jakobuskirche auf. Eine wunderbare Musikstunde am späten Sonntagnachmittag.

Zum Konzert in der Jakobuskirche spielte Hans-Jürgen Freitag die Orgel und Philipp Meierhöfer sang.

Zum Konzert in der Jakobuskirche spielte Hans-Jürgen Freitag die Orgel und Philipp Meierhöfer sang.

Es war am späten Sonntagnachmittag ein Konzert in kleiner Besetzung, das in der Jakobuskirche mit großen und schönen Klängen aufhorchen ließ. Jakobus-Kantor Hans-Jürgen Freitag hatte den Basssänger Philipp Meierhöfer als Solisten eingeladen.

Der Sänger mit kultivierter Bassstimme war den mehr als 80 Musikfreunden, die sich coronagemäß im Kirchenschiff und auf der Empore verteilt hatten, kein Unbekannter. Meierhöfer ließ sich in den vergangenen Jahren beim Weihnachtsoratorium, aber auch bei anderen Ensembleaufführungen hören. Mit einem Soloprogramm trat er jedoch das erste Mal auf.

Ein Unterschied zu Philipp Meierhöfers Auftritten im Solistenensemble, wo er mit anderen im Altarraum sang, ergab sich schlicht aus dem Zusammenwirken mit dem Begleitinstrument, der großen Walckerorgel. Nur jene 25 Zuhörer, die auf der Orgelempore saßen, konnten den Sänger sehen. Die anderen Zuhörer im Kirchenschiff waren ganz auf das Zuhören fixiert. Dies galt für den Sänger wie auch für das Orgelspiel.

Gesang und Orgelspielteilen sich die Musikstunde

Hans-Jürgen Freitag hatte das Programm so gewählt, dass sich Gesangs- und Instrumentalanteil die wunderbare Musikstunde teilten. Der Organist sorgte mit seinen musikalischen Intermezzi – er spielte gefällig dahinfließende Melodieströme aus Werken des französischen Komponisten Eugene Gigout (1844-1925) – für besinnliche Ruhepunkte und absichtsvoll auch für Erholungspausen des Sängers.

Die Sologesangspartien erlebten die Musikfreunde als höchst anspruchsvoll. Barocke Stimmkraft, völlig unangestrengt und leicht gesungen, wandte Philipp Meierhöfer bei Händels „Bass-Rezitativ und Arie aus dem Oratorium Messiah“ auf. „Ein Stück von Bach darf in keinem Konzert fehlen“, sagte Hans-Jürgen Freitag zur Begrüßung der Musikfreunde. „Wir bieten heute Bach gleich zweimal!“ In barocker Klangschönheit ließ der Organist die „Phantasie in G-Dur für Orgel- BWV 572“ erklingen, gefolgt von „Rezitativ und Arie aus der Kantate ,Ich habe genug‘- BWV 82“.