Schwungvoller Auftakt nach langer Konzertpause in Sondershausen

Sondershausen.  Ein klassisch-romantisches Programm bot das Loh-Orchester im 1. Sinfoniekonzert der neuen Spielzeit im Haus der Kunst.

Zum ersten Mal seit Inkrafttreten der Corona-Beschränkungen im März konnten Musikliebhaber wieder ein Konzert des Loh-Orchesters Sondershausen im Haus der Kunst besuchen. 

Zum ersten Mal seit Inkrafttreten der Corona-Beschränkungen im März konnten Musikliebhaber wieder ein Konzert des Loh-Orchesters Sondershausen im Haus der Kunst besuchen. 

Foto: Christoph Vogel

Nach langer coronabedingter Zwangspause trat das Loh-Orchester letzten Sonnabend erstmals wieder im Haus der Kunst vor sein Publikum. Die verfügbaren Plätze waren gut von den Zuhörern frequentiert.

Um auf der Bühne die nötigen Abstände einhalten zu können, standen fürs Erste Werke mit kleinerer Orchesterbesetzung auf dem Programm. Für jeden Musiker machte die größere Entfernung vom Kollegen intensives Zuhören erforderlich. Probleme beim Zusammenspiel fielen dennoch nicht auf, selbstverständlich auch Verdienst der einfühlsamen Leitung durch Generalmusikdirektor Michael Helmrath.

Als Auftakt erklang eine Sinfonie D-Dur des heute kaum noch bekannten Joseph Martin Kraus. Dieser Zeitgenosse der Wiener Klassiker gilt für die Musikgeschichte als wichtiger Vertreter des „Sturm und Drang“. Mit Feuer und Schwung ging es hinein in den Allegrosatz.

Dirigent führt Orchesterzu leidenschaftlichen Steigerungen

Das Thema gipfelte mit energischen Unisonopassagen. Ein anmutiger Seitengedanke gab den notwendigen Kontrast. Im Durchführungsteil führte Helmrath das Orchester zu leidenschaftlichen Steigerungen.

Die graziöse Melodie des zweiten Satzes erinnerte mit ihren Seufzermotiven stark an Mozart. Sie erlebte bald ausdrucksvolle Mollwendungen, gefolgt von geradezu untergründigen Pianissimoklängen. Ein großes kantables Flötensolo schloss sich an. „Vorwiegend heiter“, wie es das Motto des Abends verhieß, präsentierte sich der Schlusssatz. Auch hier fehlte es nicht an überraschenden dramatischen Kontrasten. Mit knapper kraftvoller Geste ging dieses Stück zu Ende.

Anschließend gab der Dirigent auf sympathische Art einige kurze Erläuterungen zu den aufgeführten Werken. Es folgte die einsätzige Streichersinfonie Nr. 10 h-Moll des jungen Felix Mendelssohn Bartholdy. Tiefe Melancholie verbreitete eine langsame Einleitung. Mit spannungsvollen Klängen wurde der Allegroteil erreicht. Heftige Erregung bestimmte das Hauptthema, welches sich dann bald zur kraftvollen Fülle des ganzen Streichorchesters steigerte.

Mit ausdrucksstarken Linien erklang der zweite Gedanke, gefolgt von einer energischen Schlussgruppe. Nach dramatischen Höhepunkten an zentraler Stelle ließ die Bratsche bei der Reprise das Seitenthema mit besonderem Wohlklang aufleuchten. Eine kurze Coda, im Tempo mitreißend gesteigert, bildete den wirkungsvollen Ausklang.

Am Ende des Konzerts stand Wolfgang Amadeus Mozarts Sinfonie A-Dur KV 201, geradezu ideale Verkörperung klassischer Heiterkeit. Der erste Satz lebte vom dynamischen Kontrast zwischen dem Piano der Streicher und kraftvollem Forteeinsatz des ganzen Orchesters. Auch das Seitenthema führte die Grundstimmung fort.

In der Durchführung machte Generalmusikdirektor Helmrath – auswendig dirigierend – die kunstvolle polyphone Stimmführung deutlich hörbar. Mit einer kraftvollen Steigerung des Hauptthemas schloss der Satz ab. Reizvolle Klangwirkungen erzielten sodann die Streicher des Orchesters im Andante durch Einsatz des Dämpfers. Energisch punktierte Rhythmen beherrschten das Menuett.

Einen schönen Gegensatz brachten dann die lyrischen Kantilenen im Trioteil. Witz und übermütiger Humor bildeten den Inhalt des Finales. Die Durchführung brachte das Kopfmotiv in ständig neuer harmonischer Beleuchtung. Voller Brillanz erstrahlte der Schluss.