Trotz Buchung durfte eine Leserin aus Saalfeld nicht zum Yiddish Summer

Saalfeld/Erfurt.  Weil sie einen winzig klein gedruckten Hinweis auf der Ticket-Bestätigung übersah, durfte eine Leserin nicht zu einer der letzten Veranstaltungen des Yiddish Summer.

Blick in die Alte Synagoge Erfurt.

Blick in die Alte Synagoge Erfurt.

Foto: Sascha Fromm

Wie sehr es doch auf das Kleingedruckte ankommt, hat jetzt eine Leserin aus Saalfeld erfahren müssen: Sie hatte eine der letzten Veranstaltungen des Yiddish Summer, das Konzert „Azind“ in der Alten Synagoge Erfurt am Samstagabend, besuchen wollen und sich deshalb per E-Mail um ein Ticket beworben. Schließlich gab es diesmal wegen der Corona-Pandemie keinen Vorverkauf und keine Abendkasse. Die Karten wurden sämtlich kostenlos, aber eben nur online vergeben.

Konzert sei ausgebucht

Die Leserin hatte Glück: Sie erhielt die Ticket-Bestätigung und setzte sich voller Vorfreude ins Auto. In Erfurt traf sie dann auf ihre aus Neuhaus angereiste Begleitung, die gleichfalls im Besitz eines Tickets war. Doch an der Alten Synagoge die Enttäuschung: Statt schnell noch hineinhuschen zu können, hielten Security-Mitarbeiter die beiden Besucher auf. Das Konzert, wurde ihnen erklärt, sei ausgebucht. Auch die Online-Bestätigung nützte nichts. „Und es wurde auch niemand von den Veranstaltern geholt, um das aufzuklären“, sagt die Leserin. Wohl oder übel seien beide gegangen.

„Der Teufel steckt eben im Detail“

Aber was war da los? Andreas Schmittges, Kurator des Festivals, klärt es auf: Die Leserin und ihre Begleitung hätten schon 30 Minuten vor Konzertbeginn da sein sollen. „Dieser Hinweis findet sich auf der Online-Bestätigung“, erklärt Schmittges weiter. Und tatsächlich: In winzig kleiner Schrift steht dort, dass 30 Minuten vor Beginn die Plätze einzunehmen seien. Sonst würden die Tickets anderweitig vergeben. Genau das war auch bei der Leserin der Fall: Eine Mitarbeiterin gab die Tickets um 20.53 Uhr weiter. „Ich bedaure natürlich sehr, dass Ihre Leserin umsonst anreisen musste“, sagt der Kurator. Er habe sich sofort mit ihr in Verbindung gesetzt. „Der Teufel steckt eben im Detail“, sagt die Saalfelderin. Beim nächsten Mal schaue sie mit Sicherheit genauer hin.

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