Philharmonie

Vogtland Philharmonie plant 50 Konzerte bis Jahresende

Reichenbach.  Der Intendant Stefan Fraas stellt den vorläufigen Spielplan und neuen Chefdirigenten der Vogtland Philharmonie, Dorian Keilhack, vor.

Intendant Stefan Fraas (links)  und der neue Chefdirigent Dorian Keilhack der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach.

Intendant Stefan Fraas (links)  und der neue Chefdirigent Dorian Keilhack der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach.

Foto: Ulrike Kern

Normalerweise stehe der Konzert- und Gastspielplan der Vogtland Philharmonie schon anderthalb Jahre im Voraus fest, erklärt der Intendant Stefan Fraas. Doch derzeit könne man den Veranstaltungsplan lediglich bis Ende Dezember festzurren. Doch nach der langen Zwangspause freuen sich die Orchestermusiker nun ganz besonders, endlich ihr Publikum wieder zu treffen – wenn auch mit Einschränkungen.

Gestern stellte Stefan Fraas sowohl die anlaufende Konzertsaison als auch den neuen Chefdirigenten Dorian Keilhack vor, der ab September die Nachfolge von David Marlow antritt.

Aufgrund der geforderten Sicherheitsabstände in den Sälen im Neuberinhaus in Reichenbach mit 630 Plätzen und in der Vogtlandhalle in Greiz mit 700 Plätzen könnte nun nur noch ein Drittel der Kapazitäten vom Publikum genutzt werden. Deshalb habe man sich entschlossen, so Fraas, die beliebten Sinfoniekonzerte statt wie bisher zweimal nun fünfmal auf den Spielplan zu heben.

Zweifellos eine Herausforderung für die Musiker, wie Dorian Keilhack bestätigt. Doch alle 65 Musiker – aus 16 Nationen und von drei Erdteilen kommend – seien hochmotiviert. Auch für sie gelten ganz besondere Sicherheitsregeln und Abstände. Außerdem spielen alle Musiker hinter einer Plexiglasscheibe. „Der Abstand zwischen mir als Dirigent und den letzten Musikern beträgt 13 Metern. Das ist eine absolute Umstellung. Es gilt also, die Einsätze so zu üben, dass es keine Klangverzögerung gibt“, erklärt Dorian Keilhack.

Am Montag hätten die Proben zum 1. Sinfoniekonzert, das am 15., 16. und 19. September aufgeführt wird, begonnen. Dafür stehen Felix Mendelssohn Bartholdy, Edward Elgar, Ludwig van Beethoven und Johannes Brahms auf dem Programm. Außerdem konnte das Streichquartett Minguet Quartett verpflichtet werden. Am Pult ist der neue Dirigent zu erleben, der einigen Konzertbesuchern schon als Gast aus der vergangenen Saison bekannt sein dürfte. Das zweite Sinfoniekonzert im Oktober bringt dann Werke von Robert Schumann, Anton Dvorak und Henri Vieuxtemps zu Gehör. Von letzterem werden zwei Werke gespielt, deren Noten erst kürzlich vom Verlag herausgebracht wurden und erstmals am 6. Oktober in Reichenbach von einem Orchester gespielt werden. Auch das vierte Sinfoniekonzert am 8., 9. und 11. Dezember wartet mit einem Novum auf: Hier ist Dorian Keilhack Dirigent und Solist zugleich, wird von seinem Flügel aus das Orchester durch das Programm „Happy Birthday Ludwig van Beethoven“ leiten – ganz wie Beethoven einst selbst.

Über die Sinfoniekonzerte hinaus ist es der Vogtland Philharmonie gelungen, mit viel Kreativität die Situation zu stemmen, in Abstimmung mit den einzelnen Gesundheitsämtern auch weiterhin an vielen Örtlichkeiten Weihnachts-, Serenaden- und Kirchen- und andere Konzerte anzubieten. Statt der bisherigen Schülerkonzerte lädt der Intendant nun als neues Format in Rodewisch, Greiz, Reichenbach, Zeulenroda-Triebes und Gera zum Familienkonzert mit einigen Überraschungen ein. Weiterhin stehen drei der beliebten Silvesterkonzerte in Greiz und drei Neujahrskonzerte in Reichenbach auf dem Spielplan.

„Wir werden die neue Situation mit Kreativität und Verantwortung schultern, wollen unserem Publikum durch penibles Einhalten aller Sicherheitsrichtlinien die Angst nehmen“, so Fraas.

Dennoch bleibt es ein hartes Jahr. Von den 1,2 Millionen Euro, die das Orchester einspielen wollte, sind bisher erst 380.000 Euro in der Kasse. Allerdings läuft die Saison jetzt erst an. Am Jahresende, so schätzt der Intendant, bleibt ein Defizit von 250.000 bis 300.000 Euro. Bisher mussten 87 Konzerte ausfallen oder verlegt werden.