Zwei neue Lehrerinnen in der Kreismusikschule in Sondershausen

Kyffhäuserkreis.  Seit Beginn des neuen Schuljahres unterrichten Melissa Hart aus Australien und Anna Stanciu am Carl-Schroeder-Konservatorium in Sondershausen.

Melissa Hart, sie unterrichtet in erster Linie Cello und Anna Stanciu (von links), sie gibt Unterricht auf der Violine, dem Klavier und der Viola, sind die neuen Musikschullehrerinnen an der Kreismusikschule des Kyffhäuserkreis, dem  Carl-Schroeder-Konservatorium in Sondershausen.

Melissa Hart, sie unterrichtet in erster Linie Cello und Anna Stanciu (von links), sie gibt Unterricht auf der Violine, dem Klavier und der Viola, sind die neuen Musikschullehrerinnen an der Kreismusikschule des Kyffhäuserkreis, dem  Carl-Schroeder-Konservatorium in Sondershausen.

Foto: Christoph Vogel

Seit Beginn des neuen Schuljahres unterrichten am Carl-Schroeder-Konservatorium in Sondershausen zwei neue Musiklehrerinnen. Unbekannt sind sie in Sondershausen aber keineswegs. So hat Anna Stanciu bereits zehn Jahre an der Kreismusikschule als Honorar-Lehrerin gearbeitet. Seit Anfang diesen Monats ist sie hier fest angestellt. „Da habe ich riesiges Glück gehabt“, betont sie. Denn es sei alles andere als selbstverständlich, einen Arbeitsplatz am Wohnort zu haben. Neben dem Instrument Geige unterrichtet die Sondershäuserin auch das Spielen auf dem Klavier und der Viola.

Im Alter von sieben Jahren sei sie eher zufällig zum Geigespielen gekommen. Sie begleitete ein Mädchen aus der Nachbarschaft zum Unterricht in die Musikschule und wurde gefragt, ob sie sich einmal an der Violine versuchen möchte. „Das Mädchen hat nach einem halben Jahr aufgehört, und für mich ist es zum Beruf geworden“ erzählt Stanciu. Nach dem Studium an Hochschulen in Odessa und Rostock machte sie 2006 ihr Diplom als Orchestermusikerin.

Erfahrungen sammelte die 41-Jährige unter anderem in ihrer zweieinhalbjährigen Zeit beim Loh-Orchester Sondershausen, „da habe ich auch meinen Mann kennengelernt“, verrät die Violinistin. Das Unterrichten sei schön und interessant, weil sie sich auf jeden Musikschüler individuell einstellen müsse. „Die Fähigkeiten und Charaktere sind unterschiedlich. Das muss man als Musikschullehrerin berücksichtigen.“

Australierin von großer Musiktradition beeindruckt

Australien ist riesig, „die Musikwelt ist da aber eher klein“, sagt Melissa Hart. Das war der Hauptgrund für sie, unbedingt in Europa ein Master-Studium zu absolvieren. Ihre Wahl fiel auf Deutschland, wo es eine große Tradition, die Klassische Musik betreffend, gebe. „In Deutschland gibt es mehr als 130 Orchester. In Australien sind es neun“, stellt die Cello-Spielerin einen Vergleich an. Ein weiterer Wunsch sei es gewesen, eine neue Kultur, Sprache und musikalische Erlebnisse zu erfahren. Den Bachelor-Abschluss hatte sie bereits in Melbourne gemacht. Von 2012 bis 2016 absolvierte Melissa Hart erfolgreich ihr Master-Studium in Lübeck. In diese Zeit fiel auch ein etwa einjähriges Praktikum beim Sondershäuser Loh-Orchester. „Diese Erfahrung war so wichtig für mich und meine musikalische Karriere“, sagt sie dankbar. Die Cellisten Sebastian Hennemann und Matthias Weicker seien für sie sehr gute Mentoren gewesen. Nach dem Praktikum habe sie oft als Vertretung im Orchester gespielt und tue das auch weiterhin mit Freude.

Die 32-Jährige hat in der Kreismusikschule zunächst eine Teilzeitstelle, könnte sich aber durchaus mehr vorstellen. Da sie ihr privates Glück in Sondershausen gefunden hat und hier beruflich weiterkommen möchte, sieht sie ihre Zukunft auch weiterhin im Kyffhäuserkreis. Beide Musikschullehrerinnen eint die Freude an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Auch fänden sie es schön, wenn diese nach Jahren des Übens Stücke großer Komponisten spielen könnten. „Es ist für jeden Musikschullehrer schön, diese Entwicklung verfolgen zu können“.

„Wir sind sehr, sehr glücklich, Anna Stanciu langfristig an unser Haus binden zu können“, sagt Schulleiter Matthias Deichstetter. Wertvoll sei vor allem die Vielseitigkeit der Violinistin, die das Spiel auf drei Instrumenten unterrichtet. So sei es von Vorteil, wenn ein Musikschullehrer an einem Außenstandort beispielsweise Klavier- und Geigenstunden geben könne. Und „wir kennen Anna Stanciu als sehr zuverlässige Kollegin“, unterstreicht Deichstetter.

In der Einrichtung wirdInternationalität großgeschrieben

An Melissa Hart schätze er unter anderem die internationale Erfahrung und dass auch sie im Loh-Orchester gespielt hat. „Internationalität gefällt uns und steht der Musikschule gut zu Gesicht.“ Hinzu komme, dass die Einrichtung daran interessiert sei, mehr Schüler als bislang für das Cellospiel zu begeistern.

Am Tag der offenen Tür im Schloss am 20. September können Interessierte von 10 bis 12 Uhr neben einem Rahmenprogramm zum Kindertag im Schlossmuseum sowie auf der Theaterwiese das Konservatorium besuchen. Hier kann man sich über die Angebote informieren und beraten lassen. Sich selber an einem Instrument auszuprobieren sei an diesem Tag aufgrund der Corona-Krise nur bedingt und nicht an allen Instrumenten möglich, so der Leiter. Wegen coronabedingter Kündigungen und der Tatsache, dass viele Musikschüler aufhören, weil sie mit ihrem Studium beginnen, seien ausreichend freie Plätze vorhanden.