Musiksommer Gräfenhain bietet außergewöhnliches Spektrum

Gräfenhain  Von „Humorgel“ bis Handglockenchor. Organisten aus aller Welt spielen an der Thielemann-Orgel.

Klingendes Kleinod: die Thielemann-Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Gräfenhain wurde 1728 bis 1731 von dem bekannten „Gothaischen Hoforgelmacher“ Johann Christoph Thielemann erbaut und ist in ihren wesentlichen Teilen bis in unsere Tage erhalten geblieben. ­

Klingendes Kleinod: die Thielemann-Orgel der Dreifaltigkeitskirche in Gräfenhain wurde 1728 bis 1731 von dem bekannten „Gothaischen Hoforgelmacher“ Johann Christoph Thielemann erbaut und ist in ihren wesentlichen Teilen bis in unsere Tage erhalten geblieben. ­

Foto: Edda Weber

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Kommenden Sonntag beginnt die diesjährige Saison des Gräfenhainer Musiksommers. Wieder geben sich Organisten aus aller Welt in der Dorfkirche sprichwörtlich die Klinke in die Hand, um auf der einzigartigen Thielemann-Orgel zu spielen. Das findet seit mehr als zwei Jahrzehnten großen Anklang. Bei den zehn Konzerten des vergangenen Jahres in der Kirche Gräfenhain wurden insgesamt knapp 800 Zuhörer gezählt. Längst beschränkt sich der Musikreigen nicht nur auf Konzerte. Dafür spricht die neue Veranstaltungsreihe des Freundeskreises Thielemann-Orgel als Teil des Vereins „Kulturpflege Gräfenhain - Nauendorf“. Sie könnte für noch größeren Zulauf und mehr Furore sorgen.

Das zeigt schon der Auftakt des „Gräfenhainer Musiksommers“ am 5. Mai. Jürgen Seeber vom Freundeskreis Thielemann-Orgel erwartet eine Veranstaltung, wie sie in den mehr als zweieinhalb Jahrzehnten dieser Konzertreihe noch nicht zu erleben war.

Auftakt mit Ulf Annel und Andreas Kuch

Gemeinsam werden der bekannte Erfurter Kabarettist Ulf Annel mit seinen humoristischen Wortschöpfungen sowie sein Partner Andreas Kuch an der Orgel mit ihrem Programm „Humorgel“ einen vergnüglich geistreichen Abend gestalten.

Wie klingen bekannte aktuelle Songs im historischen Gewand? Was hätte Bach aus einem schwedischen Volkslied gemacht? Der Komponist und Arrangeur wird es vorführen. Andreas Kuch sitzt jetzt öfters am Klavier im Kabarett „Die Arche“ in Erfurt, am Sonntag an der Thielemann-Orgel. In den musikalischen Pausen von ­„Humorgel“ in Gräfenhain führt der „Arche“-Kabarettist Ulf Annel unter der Überschrift „Die deutsche Sprache ist ein Witz“ auf die Wortspielwiese.

Auch den Schülern der Kreismusikschule „Louis Spohr“ Gotha bieten die Gräfenhainer im Rahmen ihrer Konzertreihe regelmäßig ein Podium, sich einem breiten Publikum zu präsentieren. Sie werden dieses Jahr am 12. Mai zu Gast sein.

Die Organisten kommen aus aller Welt. Ein guter Bekannter in Gräfenhain ist mittlerweile Paul Rosoman aus Wellington/Neuseeland, zu erleben am 26. Mai. Heiner Graßt aus Essen (16. Juni) und Giorgio Parolini aus Mailand/Italien (7. Juli) waren ebenso bereits an dieser Orgel zu Gast. Für Graham Thorp aus Guildford/GB (15. September) werde es das erste Konzert auf der Thielemann-Orgel sein, nachdem er vor einigen Jahren auf einer Tour durchs Land in Gräfenhain zu einer Stippvisite war und einen begeisternden Gästebucheintrag hinterließ, berichtet Seeber.

Ein besonderes Klassik-Erlebnis erwarte die Besucher am 10. August. Die aus Tokio/Japan stammende, mehrfache internationale Preisträgerin Mami Nagata und Jonathan Dimmock aus San Francisco/USA werden an diesem Abend eine lange Orgelnacht bestreiten.

Ein außergewöhnliches Konzerterlebnis verspricht der Auftritt am 29. Juni mit dem international renommierten Posaunisten „Conny“ Bauer (Berlin) sowie dem Saxofonisten Warnfried Altmann (Wangelin) zu werden. Vor einigen Jahren haben diese beiden „Vollblut-Jazzer“ bereits einmal gemeinsam die Gräfenhainer Kirche mit ihrer hervorragenden Akustik zu ihrer Bühne gemacht und wurden begeistert gefeiert.

Um in diesem Jahr an den 500. Todestag eines der berühmtesten Universalgelehrten aller Zeiten, an Leonardo da Vinci zu erinnern, steht ein Konzert mit Musik aus der Renaissance auf dem Veranstaltungsplan 2019. In der Gräfenhainer Kirche gastieren am 1. September mit Lutz Kirchhof (Weilburg), einer der angesehensten Lautenspieler Deutschlands, und Martina Kirchhof mit der Viola da Gamba, eine Interpretin, die für ihre gefühlvolle Spielweise bekannt ist.

Zum diesjährigen Saisonfinale am 28. September werde es wie schon zum Saisonauftakt, für die gastierenden Künstler eine Gräfenhain-Premiere geben. Wenn die Mitglieder vom Handglockenchor Gotha ihre kleinen und großen Instrumente zum Klingen bringen, dann gibt es nicht nur ein musikalisches, sondern auch ein optisches Erlebnis – ein hörens- und sehenswertes Konzert.

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