Thüringer Künstler und Veranstalter bilden Allianz

Erfurt/Weimar.  Bessere Corona-Regelwerke und -Hilfen stehen ganz oben im Forderungskatalog der Allianz.

Der Tisch- und Stuhlaufbau mit viel Abstand im Großen Saal der Weimarhalle. Wirtschaftlich ist das für viele Veranstalter nicht.

Der Tisch- und Stuhlaufbau mit viel Abstand im Großen Saal der Weimarhalle. Wirtschaftlich ist das für viele Veranstalter nicht.

Foto: Thomas Müller

Die hiesige Veranstaltungsbranche mit ihren vielfältigen Gewerken und freischaffende Künstler im Lande schmieden jetzt ein Bündnis, um ihre Interessen in Corona-Notlagezeiten besser politisch vertreten zu können. Der notarielle Eintrag dieser „Allianz der Thüringer Veranstaltungswirtschaft“ (AVWT) ins Vereinsregister soll an diesem Freitag erfolgen.

Die 18 Gründungsmitglieder des Vereins, darunter die Erfurter Messe und das Congress Centrum Weimarhalle, erkennen vor allem zwei dringliche Probleme: Erstens sollen landeseinheitliche, klare und skalierbare Corona-Schutzregeln koordiniert und in Abstimmung mit Ministerien und Behörden erwirkt werden. Und zweitens sollen eklatante Lücken bei Unterstützungsleistungen seitens der öffentlichen Hände geschlossen werden; davon betroffen sind vor allem Soloselbstständige, aber auch geschäftsführende GmbH-Gesellschafter klein- und mittelständischer Betriebe.

So vielfältig die Branche, so wenig ist sie landesweit organisiert. Ulrike Köppel, die als Geschäftsführerin der weimar GmbH gemeinsam mit Thomas Günther vom Erfurter Kaisersaal dem neuen Verein vorsitzt, zählt vom Veranstalter über Techniker, Lichtdesigner, Messebauer und Akustikausstatter bis hin zu freiberuflichen Künstlern unmittelbar von Corona-Einschränkungen betroffene Berufsgruppen auf. Sie weiß aber, dass natürlich weitere Berufe mittelbar unter Veranstaltungsabsagen und -beschränkungen leiden: etwa Caterer, Hotels und Gaststätten oder Floristen, die für Blumenschmuck sorgen. „Es geht uns darum, alle mitzunehmen“, verspricht sie. Der Mitgliedsbeitrag wurde deshalb auf nur zehn Euro pro Monat für natürliche Personen festgelegt; juristische Personen zahlen das Doppelte.

„Wir müssen dafür sorgen, dass Menschen, die von Kulturveranstaltungen leben, es ins nächste Jahr schaffen“, fordert Ulrike Köppel. Um mit verschiedenen Ministerien – Kultur, Bildung, Wirtschaft, Gesundheit – zu verhandeln, brauche es unbedingt eine gemeinsame Stimme. Als erste Anlaufstelle für Interessenten gibt es die Email-Adresse: info@kaisersaal.de.