Über Schlangen, Frösche und anderes Getier

Holzhausen  Überlebenskünstler Nehberg erzählte im Bratwurstmuseum auf humorvolle und auch bedrückende Weise über sein Leben.

Rüdiger Nehberg setzt sich vor allem auch für Urwaldbewohnern ein. Copyright: C. Nieberg

Rüdiger Nehberg setzt sich vor allem auch für Urwaldbewohnern ein. Copyright: C. Nieberg

Foto: zgt

Die Vortragsreihe "Kulinarische Weltreise" führte Überlebenskünstler Rüdiger Nehberg ins Bratwursttheater nach Holzhausen. Viele wollten ihn sehen, mit 180 Besuchern war es proppenvoll.

Nehberg, ursprünglich Konditor aus Hamburg, erzählte Lagerfeuer-Geschichten. Das Publikum mitreißend, voller Leidenschaft und mit viel Hingabe. Und das mit 81. Auch wenn seine Ohren etwas nachlassen. Passend zum Thema zeigte er gleich Beginn, wie man mit einem superharten Flintstein und einem Hufeisen Feuer machen kann. Erst in natura, dann im Film.

Die Geschichten am Lagerfeuer verrieten natürlich viel aus seinem Leben. Beispielsweise, dass er seine erste große Reise als 17-Jähriger mit dem Fahrrad unternahm. Seinen Eltern erzählte er, er führe nach Paris. In Wirklichkeit radelte er nach Marrakesch (Marokko), weil er das Schlangenbeschwören lernen wollten. Doch mit seinem Job als Domteur im Hansatheater klappte es nicht. Aber er hatte schon zwölf Kobras bestellt. die kamen pünktlich, doch er hatte keinen Käfig . . .

Mit Schlangen hatte er viel zutun. Einmal entriss er einer solchen die Nahrung, den Frosch aß er dann selbst. Als das im Fernsehen gezeigt wurde, bekam er einen Brief von einem Jungen, der just an diesem Tag Geburtstag hatte. Er schrieb, dass seine Mutter bei dem Anblick ohnmächtig wurde. "Das war mein schönstes Geburtstagsgeschenk", schrieb David.

Nehberg ist ja bekannt für seinen ausgefallenen Geschmack: Frösche, Würmer, Heuschrecken. Ob er schon eine Bratwurst verspeist habe. "Wenn ich trainiere und meinen Ekel überwinden will, esse ich eine. Nein, im Ernst. Am Nachmittag aß ich eine. Muss man ja. Hier isst ja jeder eine." Nehberg streute viele Gags ein, die das Publikum immer wieder zum Lachen brachten. Doch dann wurde es sehr nachdenklich, als er über die Rettung der Yanomami-Indianer in Brasilien berichtete. Und für die Zeit nach der Pause kündigte er einen Beitrag über weibliche Genitalverstümmelungen an. Auch dagegen kämpfte er.

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