Zwei bedeutende Bilder von Otto Dix und Karl Weschke für Kunstsammlung Gera

Gera.  Eine private Spendenaktion Geraer Vereine sichert den Ankauf von hochkarätigen Werken von Otto Dix und Karl Weschke.

Holger Saupe und Astrid Lindinger von der Kunstsammlung Gera mit der  Zeichnung "Mutter und Eva" von Otto Dix. 2018 erhielt das Otto-Dix-Haus das Werk als Dauerleihgabe aus einem hessischen Privatbesitz. Es ist eine Vorarbeit zum gleichnamigen Gemälde, das zur Sammlung des Folkwang-Museum in Essen gehört.

Holger Saupe und Astrid Lindinger von der Kunstsammlung Gera mit der Zeichnung "Mutter und Eva" von Otto Dix. 2018 erhielt das Otto-Dix-Haus das Werk als Dauerleihgabe aus einem hessischen Privatbesitz. Es ist eine Vorarbeit zum gleichnamigen Gemälde, das zur Sammlung des Folkwang-Museum in Essen gehört.

Foto: Bodo Schackow / dpa

Die Geraer Spendenaktion zum Ankauf zweier bedeutender Werke von Otto Dix (1891-1969) und Karl Weschke (1925-2005) war ein voller Erfolg: Nachdem Bürger der Stadt rund 17.000 Euro gespendet haben, sandte zu Wochenbeginn auch die Thüringer Staatskanzlei einen Bewilligungsbescheid über den Rest der Kaufsumme. Das seien sensationelle Neuigkeiten, freut sich Geras Kulturamtsleiterin Claudia Tittel.

Insgesamt kommen so 42.000 Euro zusammen: Für die Dix-Zeichnung „Mutter und Eva“ müssen 30.000 Euro aufgebracht werden. Weschkes großformatiges Gemälde „Alter schwarzer Hund an einem grauen Tag“ kostet 12.000 Euro. Die Werke haben laut Tittel allerdings einen deutlich höheren Marktwert.

Die Kunstsammlung Gera hatte die Werke der beiden Geraer Künstler aus privater Hand angeboten bekommen. Das Dix-Bild aus dem Jahr 1935 hängt bereits als Dauerleihgabe im Geraer Otto-Dix-Haus. Es ist eine Vorarbeit für ein gleichnamiges Gemälde und zeigt die Mutter des Künstlers mit dessen Nichte Eva. Otto Dix thematisiere in diesem Familienbild den Kreislauf des Lebens, sagt Holger Saupe, Leiter der Kunstsammlung Gera. Das Mädchen wurde wie der Maler in Gera geboren. Durch die örtlichen wie familiären Bezüge sei die Zeichnung von ganz besonderer Bedeutung für Gera, erläutert Saupe. Das hätten auch Evas Erben so gesehen, die das Bild 2018 als Leihgabe nach Gera gaben. Damals sei vereinbart worden, dass es die Stadt ankauft, sobald sie über die finanziellen Mittel verfüge.

Hunde-Bild ein „tolles Selbstbildnis“

Das Gemälde von Karl Weschke stammt aus norddeutschem Privatbesitz. Vor etwa einem Jahr informierte der Besitzer die Kunstsammlung über seine Verkaufsabsichten. Er hatte bereits eine Anfrage eines englischen Auktionshauses, wollte aber gern Gera den Vorzug geben. Da damals spontan kein Geld zur Verfügung stand, kaufte eine kunstsinnige Geraer Bürgerin das Werk und sicherte es zwischenzeitlich für die Kommune. Für Holger Saupe ist das Hunde-Bild ein „tolles Selbstbildnis“ von Karl Weschke. Das bocksteife Tier zwischen grauen Mauern symbolisiere den Künstler inmitten seiner schwierigen Lebensumstände. Die Mauern verweisen zudem auf Weschkes Wahlheimat im englischen Cornwall, wo Steinmauern das Landschaftsbild mitprägen.

Die Spendenaktion geht auf den Verein der Freunde und Förderer der Kunstsammlung Gera/Otto-Dix-Haus sowie den Kunstverein Gera zurück. Begleitet werden sollte sie von Veranstaltungen, etwa einer Kunstauktion. Als diese durch den zweiten Lockdown abgesagt werden musste, signalisierte just das Land, sich an den Ankäufen großzügig zu beteiligen.