Apoldaer Krankenhaus anerkanntes Schilddrüsenzentrum

Apolda.  Erneut sorgt das Krankenhaus Apolda für eine positive Schlagzeile – dort wurde nun auch noch ein zertifiziertes Schilddrüsenzentrum etabliert.

Freuen sich über die Urkunde des Deutschen Schilddrüsenzentrums: Andreas Geisler, Chefarzt Martin Huber sowie Stefanie Rückwardt vom Robert-Koch-Krankenhaus Apolda.

Freuen sich über die Urkunde des Deutschen Schilddrüsenzentrums: Andreas Geisler, Chefarzt Martin Huber sowie Stefanie Rückwardt vom Robert-Koch-Krankenhaus Apolda.

Foto: Jana Schulze-Kalies

Ein erneuter Erfolg ist jetzt dem Robert-Koch-Krankenhaus Apolda (RKK) gelungen. Nachdem durch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe unter Leitung von Chefarzt Dr. Joachim Bechler bereits ein Brustzentrum etabliert werden konnte, gibt es nun auch noch ein anerkanntes Schilddrüsenzentrum.

Das RKK ist damit ein zertifizierter regionaler und überregionaler Anbieter von chirurgischen Eingriffen bei Schilddrüsenerkrankungen, freut sich Chefarzt Dr. Martin Huber. Im Schilddrüsenzentrum würden die medizinischen Erfahrung von Experten in der Patientenbehandlung gebündelt, erläutert der Leiter der Klinik für Allgemein-, Viszeral- u. Gefäßchirurgie im Zeitungsgespräch. Er verweist darauf, dass der Patient insoweit profitiert, als ihm der bestmögliche Behandler vermittelt werde. Das sei wichtig, weil es sich bei der Schilddrüse um ein komplexes Organ handele. Der Hormonstoffwechsel der Schilddrüse greife in zahlreiche Prozesse des Körpers ein, regele diese direkt oder indirekt, so der Mediziner.

Erkrankungen der Schilddrüse sind vielfältig

Beim Schilddrüsenzentrum würden Ärzte beziehungsweise Kliniken in einem Zertifizierungsverfahren eingebunden, um den Patienten eine hohe Qualität zu garantieren. Bundesweit gebe es relativ wohnortnah jeweils Zentren für die Schilddrüsenbehandlung. Eben in diesen sei die Behandlung auf besonders hohem Niveau. Das treffe nun also auch auf das RKK zu. Im Hintergrund des Ganzen steht das Deutsche Schilddrüsenzentrum, wobei es sich um ein interdisziplinäres, bundesweites Netzwerk von Ärzten verschiedener Fachdisziplinen handelt.

Die Erkrankungen des Organs können vielfältig sein. So kann es Knotenbildungen geben, können Funktionsstörung in Form von Über- oder Unterfunktion ebenso auftreten wie Autoimmunerkrankungen sowie Tumore. Der Behandlungsschwerpunkt werde entsprechend gesetzt, wobei Innere Medizin, Chirurgie, Nuklearmedizin und Allgemeinmedizin zum Tragen kämen.

Kurze Operationszeiten und kleine Narben als Ziel

Die Chirurgie spiele vor allem bei Vergrößerungen der Schilddrüse mit lokalen Symptomen – etwa Druckgefühl, Schluckbeschwerden und Knotenbildung – eine große Rolle. Und besonders dann, wenn die Knoten nicht sicher als gutartig eingestuft werden können. Auch Schilddrüsenkrebs sei ein Grund für chirurgische Eingriffe und könne häufig durch die Kombination von Operation und Nuklearmedizinischen Verfahren geheilt werden. Ebenso könne ein Eingriff nötig werden, wenn eine Überfunktion medikamentös nicht in den Griff zu bekommen sei oder zusätzlich auch noch eine Knotenbildung vorliege.

Schilddrüsenchirurgie gelte zwar gemeinhin als „Standardeingriff für den Pförtner“, meint Huber. Das jedoch sei definitiv nicht so. So werde die hohe Versorgungsqualität vor allem durch die Zusammenarbeit mit Zentrumspartnern und Hausärzten gewährleistet. Ebenso wichtig sei aber auch die Erfahrung des Chirurgen. Neben kurzen Operationszeiten und kleinen Narben sei als Qualitätsziel eine niedrige Komplikationsrate entscheidend. Vor allem die Stimmbandnerven müssten bei dem Eingriff geschont werden. Am Schilddrüsenzentrum Apolda werde daher zur Sicherheit neben der Sichtschonung der Nerven stets auch ein intraoperatives Neuromonitoring durchgeführt. Dadurch lasse sich während der Operation die Funktionsfähigkeit der Nerven überwachen.