Drogenhandel: Jenaer Polizei kontrolliert verstärkt Passanten

"Würden Sie bitte stehen bleiben und ihre Taschen leeren?" - Das ist nicht etwa der Spruch eines besonders freundlichen Ganoven, sondern eines Streifenpolizisten, der eine Personenkontrolle durchführt. "Wir haben Anfang dieses Jahres beschlossen, durch Personenkontrollen verstärkt die Drogenszene zu durchleuchten", sagt die Jenaer Polizeisprecherin Steffi Kopp.

Cannabis macht den größten Anteil unter den Drogenfunden aus, sagt die Jenaer Polizeisprecherin Steffi Kopp. Archiv-Foto: dapd

Cannabis macht den größten Anteil unter den Drogenfunden aus, sagt die Jenaer Polizeisprecherin Steffi Kopp. Archiv-Foto: dapd

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Jena. Im Klartext heißt das, jeder Bürger kann bei einem Anfangsverdacht auf der Straße gestoppt und kontrolliert werden. Dabei beweist sich der Spruch: Kleider machen Leute, denn Jugendliche und junge Erwachsene, die gern weite Hosen und Kapuzen-Pullis tragen, sind für die Polizeibeamten interessanter als ein Paar über 40, das am Abend von der Volkshausvorstellung nach Hause kehrt. Mit Vorurteilen habe das wenig zu tun, viel mehr mit Erfahrungswerten.

Jede Art Drogen

Dabei geht es den Jenaer Beamten nicht um die dicken Fische im Drogengeschäft, sondern um die Konsumenten. "Der Besitz und der Handel von illegalen Betäubungsmitteln ist strafbar. Und Fakt ist, dass jede Art von Drogen auch hier in Jena verfügbar ist", sagt Kopp. Doch anders als bei anderen Straftaten werden Drogendelikte nicht angezeigt.

"Das heißt, die Polizei muss aktiv werden. Umso mehr wir kontrollieren, desto höher werden die Deliktzahlen. Die Dunkelziffer ist enorm." Durch die verstärkten Kontrollen will die Jenaer Polizei etwas mehr Licht in dieses Dunkelfeld bringen, aber auch abschrecken. Vielleicht überdenke der eine oder andere doch, dass eine Vorstrafe wegen Drogenbesitzes bei einer späteren Bewerbung um einen Arbeitsplatz nicht gerade förderlich sei.

"Im April konnten wir 18 Delikte innerhalb von Jena feststellen - mit einer Aufklärungsrate von 100 Prozent." In den meisten Fällen handle es sich um mitgeführtes Cannabis, aber auch alle denkbaren anderen illegalen Drogen. Aufgeklärt ist ein Fall dann, wenn die Drogen beschlagnahmt, eine Anzeige gefertigt und der Fall an die Staatsanwaltschaft weitergegeben wurde. An die Staatsanwaltschaft gehe jeder einzelne Fall. Dort werde dann weiterentschieden.

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