Grundgesetzdemonstration auf Erfurts Domplatz – Polizei stoppt Corona-Spaziergang

Erfurt.  Nach einer friedlichen Protestdemonstration auf dem Domplatz hat die Polizei in Erfurt mit einem massiven Aufgebot einen sogenannten „Hygienespaziergang“ durch die Innenstadt unterbunden.

Auf der Schlösserbrücke stoppt ein massives Polizeiaufgebot den von der Erfurter Stadtverwaltung verbotenen „Hygienespaziergang“.             

Auf der Schlösserbrücke stoppt ein massives Polizeiaufgebot den von der Erfurter Stadtverwaltung verbotenen „Hygienespaziergang“.             

Foto: Kai Mudra

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Rund 350 Menschen haben sich Samstagnachmittag auf dem Erfurter Domplatz versammelt, um einen Protest zu verfolgen, der das konsequente Durchsetzen des Grundgesetzes fordert. Etwa ein Dutzend Demonstranten kritisierten mögliche Einschränkungen des Grundgesetzes und der Versammlungsfreiheit durch die Corona-Maßnahmen. Sie hatten ihre Demonstration angemeldet und ihr Versammlungsgelände mit Flatterband abgegrenzt. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Eine „Grundgesetzband“ singt für etwa eine Stunde Volks- und Friedenslieder aber auch Titel von DDR-Rockbands und Songs aus der amerikanischen Gewerkschaftsbewegung. Auf Plakaten machen Demonstranten ihren Protest deutlich. Die übrigen auf dem Domplatz Versammelten singen die Lieder mit. Es wurden die Texte verteilt.

Die Polizei weist die Anwesenden per Lautsprecherdurchsage mehrfach darauf hin, dass ein anschließender, sogenannter „Hygienespaziergang“ durch die Innenstadt unterbunden werden wird, weil ihn die Erfurter Stadtverwaltung untersagt habe. In der Begründung dafür wird auf die Hygiene-Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus verwiesen.

Massives Polizeiaufgebot stoppt „Spaziergänger“

Nach dem Ende der friedlichen Protestdemonstration löst sich die Menschenansammlung auf dem Domplatz auf. Ein Teil der Anwesenden soll sich laut Polizei in kleineren Grüppchen auf dem Fischmarkt in Rathausnähe wiedergetroffen haben und wollte über die Schlösserbrücke in Richtung Anger den „Hygienespaziergang“ durchführen.

Auf der Schlösserbrücke stoppte ein massives Polizeiaufgebot die „Spaziergänger“ und kontrollierte einige Personen. Die Menschen wurden einzeln durch die Polizeikette hindurch gelassen. Der Straßenbahnverkehr war in diesem Bereich für eine knappe Viertelstunde blockiert. Es blieb aber friedlich.

Platzverweise, Anzeigen und Gewahrsamnahmen

In der Nähe der Angerkreuzung kam es kurz darauf zu zwei Gewahrsamnahmen. Laut Polizei widersetzten sich die Personen einer Identitätsfeststellung. Beamte hatten sie zu Boden gebracht und kurz darauf abgeführt.

Insgesamt sprach die Polizei 74 Platzverweise aus, viele davon in der Nähe der Erfurter Staatskanzlei. In einem Fall wurden laut Polizei Ermittlungen wegen des Verdachts der Volksverhetzung und in drei Fällen wegen möglicher Widerstandshandlungen eingeleitet.

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