Höchste Zeit für Sanierung des Deiches

Erfurt-Bischleben.  Bei Alarmierungen mitten in der Woche haben manche freiwillige Wehren Probleme mit der Einsatzstärke. Das thematisieren auch die Bischlebener.

Den Fuhrpark der Bischlebener Feuerwehr verstärkt seit September ein Tanklöschfahrzeug aus Gispersleben.

Den Fuhrpark der Bischlebener Feuerwehr verstärkt seit September ein Tanklöschfahrzeug aus Gispersleben.

Foto: Feuerwehr Bischleben

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Ein großes Problem ist es für viele freiwillige Feuerwehren in abseits von viel Gewerbe und Wirtschaft gelegenen Ortschaften, bei Alarmierungen mitten am Tag in einsatzbereiter Stärke zum Gerätehaus zu eilen. „Bislang ist es noch nicht vorgekommen, dass wir gar nicht ausrücken konnten“, sagt Jörg Fehling, Wehrführer in Bischleben. Die Betonung liegt auf „noch nicht“, denn auch in Bischleben arbeiten viele der 31 Leute aus der Einsatzabteilung nicht in der Nähe. Deshalb war die Einsatzbereitschaft während normaler Arbeitszeiten ein Thema auf der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Bischleben am Samstag im Gerätehaus.

Entgegen dem Trend weniger Einsätze

60 Kameraden gehören der Bischlebener Wehr an. Im zurückliegenden Jahr fuhren sie entgegen dem Erfurter Trend weniger Einsätze. 26 an der Zahl. „Es gab allerdings kein Hochwasser oder andere Katastrophen“, begründet Fehling.

Ein Einsatz bleibt jedoch besonders im Gedächtnis haften und endete glücklicherweise mit einem großen allgemeinen Aufatmen. Ein zehnjähriger autistischer Junge war am Nachmittag bei einem Ausflug mit einer Gruppe im Steiger verschwunden und wurde fieberhaft gesucht. „Weil die Fährtenhunde die Spur am Ufer der Gera verloren hatten, wurden wir hinzugezogen“, erinnert sich der Wehrführer nur zu gut. Kurz vor 21 Uhr kam die Entwarnung. Das Kind war unverletzt in der Cyriakstraße entdeckt worden.

Ein gut erhaltenes Fahrzeug aus Gispersleben verstärkt seit September den Fuhrpark. Das Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 hatte dort 20 Jahre treue Dienste geleistet und wurde „umgesetzt“, weil dort ein neues angeschafft wurde. „Wir finden es gut, wenn etwas Funktionierendes noch seine Dienste leisten kann“, so Fehling. „Es hat eine sehr gute Beladung und bedeutet für uns eine Verbesserung. Dazu muss es nicht fabrikneu sein.“

Teile der Schutzbekleidung und Helme erneuert

Ebenfalls 2019 kam die neue, rote Schutzbekleidung, zunächst für die Träger von Atemschutzgeräten. „Eine gute Chance, alte Bekleidungsteile auszumustern“, kommentiert der Wehrführer. Zudem haben die Kameraden eine ganze Ladung neuer Feuerwehrhelme erhalten, mehr als die Hälfte der Mannschaft. Bei den anderen Helmen ist das Ablaufdatum noch nicht heran. Die werden später peu à peu ausgewechselt.

Bei Einsätzen und in der Ausbildung arbeiten die Bischlebener Feuerwehrleute eng mit denen aus Möbisburg zusammen. Das betrifft Praxis und Theorie. Bei den Jahreshauptversammlungen sind gegenseitige Einladungen von Vertretern Usus.

Was 2020 als das Wichtigste ansteht, ist das Doppeljubiläum des Gerätehauses. 1960 wurde es eingeweiht und im Jahr 2000 wurde es nach Sanierung und Anbau wieder in Besitz genommen. Zu den Einzelheiten wollte der Wehrführer vorab nicht zu viel verraten, obgleich schon Gespräche laufen. Aber er verspricht: „60 plus 20 wird kein kleines Fest.“

In Richtung Landesregierung schicken die Bischlebener eine Erinnerung. Nach den Hochwassern 2013 und 2014 sollte der Deich, der den Ortskern schützt, saniert und erneuert werden. Sogar die Pläne wurden bei einer Einwohnerversammlung schon vorgestellt. „Wir hoffen, dass sie endlich umgesetzt werden“, mahnt Fehling.

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