Verwarnungen, Bußgelder und Fahrverbote bei Kontrollen um das Hermsdorfer Kreuz

Schleifreisen.  Bei der ersten Komplexkontrolle in diesem Jahr registrierten Polizei, Zoll und Bundesamt für Güterverkehr rund um das Hermsdorfer Kreuz zahlreiche Verstöße.

Komplexkontrolle Internationaler Schwerlastverkehr am Rastplatz Hermsdorfer Kreuz: Beamte von Polizei, Zoll und Bundesamt für Güterverkehr nahmen vor allem ausländische Lkw unter die Lupe.

Komplexkontrolle Internationaler Schwerlastverkehr am Rastplatz Hermsdorfer Kreuz: Beamte von Polizei, Zoll und Bundesamt für Güterverkehr nahmen vor allem ausländische Lkw unter die Lupe.

Foto: Sibylle Göbel

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Näher dran an dem, was für die Thüringer Autobahnpolizei Alltag ist, hätte CDU-Europaabgeordnete Marion Walsmann am Freitag nicht sein können: Bei ihrem Besuch in der Dienststätte in Schleifreisen am Hermsdorfer Kreuz lief gerade eine sechsstündige Komplexkontrolle mit dem Schwerpunkt Internationaler Schwerverkehr.

Es war die erste Kontrolle in dieser Größenordnung in diesem Jahr – und erneut eine, die aufzeigte, wo die Probleme auf den Thüringer Autobahnen und gerade auch rund um den Knotenpunkt Hermsdorfer Kreuz liegen: Einzelne Unternehmen und Lkw-Fahrer versuchen das Preisdumping im stetig zunehmenden Güterverkehr durch Umgehen gesetzlicher Regeln auszugleichen: Da werden Fahrzeuge überladen und schon lange nicht mehr ordnungsgemäß gewartet, da wird Abfall illegal transportiert, da werden die vorgeschriebenen Ruhepausen nicht eingelegt und die Zeiten hinterm Steuer endlos ausgedehnt. Um nur Beispiele zu nennen.

Nicht nur die schiere Zahl der Kriminalitätsdelikte hat infolge des wachsenden Verkehrsaufkommens auf Thüringer Autobahnen zugenommen, erfuhr Marion Walsmann, sondern auch deren Bandbreite. Wie auch die Zahl der Verkehrsverstöße etwa durch Raserei oder zu geringen Sicherheitsabstand – beides Hauptunfallursachen auf der Autobahn – seit Jahren wächst.

Auch Geschwindigkeitskontrollen und Abstandsmessung

Wie zur Bestätigung dessen wurden bei der Geschwindigkeitsmessung im Rahmen des Großeinsatzes auf der A4 in Richtung Dresden (Kilometer 152) 156 Verstöße registriert: Der Spitzenreiter durchfuhr dabei eine 80er-Zone mit 137 Kilometern pro Stunde. Ihm und drei weiteren Autofahrern droht nach Auskunft von Einsatzführerin Ines Seidel ein Fahrverbot von mindestens einem Monat. Insgesamt seien 62 Verstöße im Verwarngeld- und 94 im Bußgeldbereich registriert worden, sagte Seidel.

Im Zuge der Komplexkontrolle war indes auch die Anlage zur Abstandsmessung am Jagdbergtunnel in Betrieb: Sie registrierte 210 Verstöße.

Doch das Hauptaugenmerk der an der Großkontrolle beteiligten 33 Thüringer Polizeibeamten, sechs Mitarbeiter des Hauptzollamtes Erfurt und der Mitarbeiter des Bundesamtes für Güterverkehr galt dem Schwerlastverkehr, vor allem dem mit ausländischen Fahrzeugen.

Allein die Polizei nahm 34 Lkw unter die Lupe, darunter vier mit Gefahrgütern an Bord. Dabei fertigten die Beamten fünf Anzeigen wegen Verstößen gegen Lenk- und Ruhezeiten und zwei Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstößen beim Transport von Gefahrgut. Außerdem wurden neun Verwarngelder bis zu einer Höhe von 55 Euro wegen Mängeln unter anderem bei der Ladungssicherung oder an Fahrzeugen verhängt.

Kokain im Staubsauger

Wesentlich teurer kamen zwei Verstöße, zu denen die Einsatzführerin am Freitag allerdings noch nichts im Detail sagen konnte, zwei andere Fahrer: Sie mussten, weil sie ihren Wohnsitz nicht in Deutschland haben, an Ort und Stelle eine Sicherheitsleistung von 500 beziehungsweise 1000 Euro entrichten. „Sollte sich bei der Bearbeitung des Verfahrens herausstellen, dass sie zu viel gezahlt haben, wird ihnen die Differenz natürlich erstattet“, sagte die Einsatzleiterin.

Ins Netz gingen den Beamten, die auch mit zivilen Fahrzeugen rund ums Hermsdorfer Kreuz unterwegs waren, zudem ein Autofahrer, der nicht im Besitz eines Führerscheins ist, und ein zur Fahndung ausgeschriebener Mann: Er war gesucht worden, weil er eine Geldstrafe von 4000 Euro nicht beglichen hatte. Den gesamten Betrag konnte er zwar bei der Kontrolle nicht zahlen, aber zumindest „eine kleinere Summe“.

28 Fahrzeuge kontrollierten derweil die Zollbeamten, die indes ausnahmsweise nur einmal Grund zur Beanstandung hatten: Nach Auskunft von Zollsprecher Holger Giersberg musste ein Fahrer die Kfz-Steuer für die zwei Tage, die er in Deutschland unterwegs war, nachzahlen: insgesamt 18 Euro. Nicht fündig wurde diesmal auch Spürnase Dorax: Der acht Jahre alte Holländische Schäferhund ist Experte für das Aufspüren von Drogen. Sein größter Fund, berichtete Hundeführer Oliver Mills-Hartmann, waren einmal 300 Gramm Kokain – versteckt im Staubsauger einer Wohnung.

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