Windhose fegt das Dach der Reithalle in Grabsleben weg

Gotha. In der Nacht zum Mittwoch hat der Sturm die Feuerwehren im Landkreis Gotha auf Trab gehalten. Menschen wurde nicht verletzt.

Dachteile von der Halle in Grabsleben liegen auf dem Boden vor dem Haus in der Nachbarschaft. Foto: Sascha Fromm

Dachteile von der Halle in Grabsleben liegen auf dem Boden vor dem Haus in der Nachbarschaft. Foto: Sascha Fromm

Foto: zgt

Besonders heftig erwischte es Grabsleben. Dort hinterließ eine Windhose eine Schneise der Verwüstung. Das Dach der Reithalle wurde abgedeckt und flog durch die Luft. Teile wurden bis zu einem etwa hundert Meter entfernten Carport geschleudert. Gartenmöbel flogen durch die Luft, auch das Wohnhaus wurde dabei beschädigt sowie ein Pkw.

Dirk Sprengel, dem das Einfamilienhaus gehört, sagte: "Das Ganze hat höchstens fünfzehn bis 20 Sekunden gedauert." Verletzt wurde auch hier niemand. Insgesamt rückten die Feuerwehren im Kreis Gotha zu sechs Einsätzen aus. Mehr als 70 Männer der Wehren waren mit insgesamt 18 Fahrtzeugen unterwegs.

Das teilte das Landratsamt mit. Dort wurden alle Einsätze unter dem Stichwort "Sturm" und in der Zeit von 17 Uhr am Dienstag bis 6 Uhr morgens am Mittwoch fest gehalten. In der zeitlichen Reihenfolge ging es für die Gothaer Berufsfeuerwehr zuerst zu einem Dach, von dem Bauteile herab hingen.

Dann schon folgte im Einsatztagebuch das weggefegte Dach der Reithalle von Grabsleben. Die Feuerwehrmänner aus Grabsleben, Seebergen und Cobstädt sammelten die Teile ein. Größere und kleiner lagen verstreut auf dem Boden, als wären sie federleicht. Doch die Feuerwehrleute hatten ordentlich zu tragen, als sie aufräumten. Selbst die Holzkonstruktion unter den Wellplatten hatte es auseinander gerissen.

Vergleichsweise geringfügig wirkt dagegen der Grund, weswegen die Freiwillige Feuerwehr in Bufleben ausrücken musste. Hier versperrte ein quer liegender Baum die Fahrbahn und musste beiseite geräumt werden.

Die Berufsfeuerwehr Gotha musste die Absperrung am Einkaufsmarkt in der Kindleber Straße richten und später ein zweites Mal gemeinsam mit der Freiwilligen Feuerwehr Gotha ausrücken, weil eine Straße in der Stadt eindeutig zu stark verschmutzt war. Auch in Waltershausen waren die Männer der Freiwilligen Feuerwehr auf den Beinen, um Sturmschäden zu beseitigen.

Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes rasten die Sturmböen mit bis zu 85 Kilometern pro Stunde über das Land und wurden von starken Regenfällen begleitet. "Solche Stürme und Kaltlufteinbrüche im Herbst passieren eigentlich im Schnitt jedes Jahr ein- bis zweimal", erklärte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. Der jüngste Wetterumschwung sei nicht untypisch. "Was wir jetzt erleben, ist eigentlich eine Rückkehr zur Normalität in dieser Jahreszeit", sagte Meteorologe Andreas Friedrich.

Bundeswehr-Soldaten leisteten Hilfe

Am gestrigen frühen Abend war die Situation im Landkreis Gotha entspannt. Nach Auskunft der Rettungsleitstelle herrschte entspannte Ruhe. Nur in Winterstein lag Richtung Ruhlaer Skihütte ein Baum quer auf der Straße. Hier leisteten Soldaten der Bundeswehr unerwartet Hilfe. Noch bevor die Feuerwehr ausrückte, fuhr zufällig ein Kleintransporter der Bundeswehr auf dieser Straße. Die Soldaten stiegen aus, fassten zu, marschierten ab - und der Baum war weggeräumt. Es saßen genügend Männer im Auto.