„Das Traumschüff“ ankert vor dem Hauptgebäude der Uni Weimar

Gabriela Oroz
| Lesedauer: 2 Minuten
16 Studenten der Fakultät Architektur und Urbanistik bauten ihr „Traumschüff“. Bei der Summaery liegt es noch auf dem Trockenen ...

16 Studenten der Fakultät Architektur und Urbanistik bauten ihr „Traumschüff“. Bei der Summaery liegt es noch auf dem Trockenen ...

Foto: Thuy Duong Phan

Weimar  Summaery 2017: Fakultät Architektur und Urbanistik wartet mit einer mobilen Bühne auf, deren Bau über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert wurde

Derzeit ankert es auf dem Trockenen vor dem Hauptgebäude der Bauhaus-Universität: das „Traumschüff“, eine mobile Bühne mit Wohneinheit für ein Schauspielensemble. Geplant und gebaut wurde es seit April von 16 Architekturstudenten. „Das Schüff soll als Transportmittel Träume und Geschichten zwischen Stadt und Land hin und her befördern“, erklärt der Schauspieler David Schellenberg von der Theatergenossenschaft Traumschüff eG zum Konzept. „Dabei soll es gezielt auch Orte erreichen, an denen Menschen nicht einfach am kulturellen Leben teilhaben können. Wie in unserer ersten Inszenierung ‚Bibergeil‘ möchten wir Geschichten und Blickwinkel von Region und Bewohnern aufgreifen und weitererzählen. So wollen wir Menschen und Meinungen in Austausch bringen, die sich sonst vielleicht nicht begegnen würden. Unser Theater soll Brücken bauen.“

Prof. Rainer Gumpp von der Professur Entwerfen und Tragwerkskonstruktion erläutert das studentische Projekt: „Als die Theatergenossenschaft mit ihrer Idee eines Wandertheaters auf uns zugekommen ist, war ich von der Idee sofort begeistert. Schwerpunkte des Entwurfs sind der konstruktive Leichtbau, das flexible Tragwerk und die modulare Vorfertigung. Die zu entwickelnde Konstruktion sollte zudem hohen ökologischen und technischen Ansprüchen genügen sowie äußerst flexibel und architektonisch ansprechend gestaltet sein. Von den Teilnehmern forderte der Aufbau ein hohes Maß an handwerklichem Geschick und Vorkenntnisse im Baugewerbe.“

Die Studenten haben das Thema zunächst einzeln bearbeitet und sich dann einem gruppeninternen Wettbewerb gestellt. Der Siegerentwurf wurde bis zum Detail im Maßstab 1:1 durchgearbeitet und anschließend vom gesamten Team gebaut. „Es war eine großartige Erfahrung, den Bau im Dialog mit den Schauspielern zu entwickeln und diesen dann auch wirklich zu realisieren. Erst zum Ende der Crowdfunding-Kampagne Anfang Mai war klar, dass mit Erreichen des Schwellenwertes von 15 000 Euro genügend Mittel zusammengekommen sind, um das Projekt zu bauen“, sagt Jakob Tuszynski, Master-Architekturstudent im zwei-ten Semester.

Nun fiebern alle der ersten Aufführung auf dem Traumschüff entgegen: Am Donnerstag, 13. Juli, ab 17 Uhr zeigt das Ensemble eine offene Generalprobe seines von der Kulturstiftung des Bundes finanzierten Projektes ‚Bibergeil‘. Direkt nach der Summaery wird das „Traumschüff“ dann nach Havelberg transportiert, wo der Aufbau mit den in einer Werft vor Ort gebauten Schwimmkörpern zusammengesetzt wird. Premiere zu Wasser und Schiffstaufe sind dann am 29. Juli.