Grabplatte von Bachoffen entdeckt

Gotha/Hörselgau  Jens Geutebrück kommt bei Ahnenforschungen dem Stein eines ehemaligen Gothaer Bürgermeisters auf die Spur und denkt an Rücküberführung

Jens Geutebrück hat die Grabplatte des Gothaer Bürgermeisters Thomas Bachoffen (1540-1597) in der Steiermark gefunden.Ehemals befand sie sich auf dem alten Gothaer Friedhof, zeigt er auf der Karte Foto: Wieland Fischer

Jens Geutebrück hat die Grabplatte des Gothaer Bürgermeisters Thomas Bachoffen (1540-1597) in der Steiermark gefunden.Ehemals befand sie sich auf dem alten Gothaer Friedhof, zeigt er auf der Karte Foto: Wieland Fischer

Foto: zgt

Bei seinen Ahnenforschungen hat Jens ­Geutebrück die Grabplatte des Gothaer Bürgermeisters Thomas Bachoffen (1540-1597) aufgespürt. „Sie befindet sich in einem Haus in der Steiermark, das liegt in Nähe der Grenze zu Slowenien“, sagt der Hörselgauer und verweist auf Fotos. Diese zeigen die Bachoffen-Grabplatte, eingefügt in das Mauerwerk des Hauses, von Wein umrankt. Nun arbeitet der 41-Jährige daran, dass die Grabplatte zurück nach Gotha kommt.

Für Jens Geutebrück verbindet sich damit ein Stück Familiengeschichte. „Alt-Bürgermeister Bachoffen ist mein zwölf­facher Urgroßvater“, sagt Geutebrück. Zur Bestätigung verweist er auf seinen Stammbaum, der zurück bis ins 18. Glied reicht. Erster Spross: Hanns Heidenreich (geboren um 1360 – gestorben 1443).

Mit dem Fund der Grabplatte bestätigt Jens Geutebrück Nachforschungen unseres Mitarbeiters Matthias Wenzel. Der Gothaer Heimatforscher hatte bei seinem Wien-Besuch im Mai letzten Jahres ermittelt, dass die Bachoffen-Spur in die Steiermark führt.

1904 war der Grabstein des am 4. Februar 1597 verstorbenen Gothaer Bürgermeisters Thomas Bachoffen von Gotha nach Wien gekommen. In Gotha erinnert an ihn seit 1897 dessen Bildnis im Rathausgiebel, weil wohl unter ihm das damalige Kaufhaus ab 1567 erbaut worden war, wie Matthias Wenzel weiß. Wien lag als Standort der Bachoffen-Grabplatte damals insofern nahe, weil sich die einstige Nußdorfer Brauerei im Besitz der Familie Bachofen von Echt befand.

Freiherr Karl Adolf Ludwig (1830-1922) veröffentlichte die Familiengeschichte und sorgte dafür, dass 1904 der Grabstein von Gotha nach Wien transportiert wurde. Damals wurde gerade der alte Gottesacker für den geplanten Bau des Stadtbades geopfert.

Ein Relikt des alten Gothaer Friedhofes

Die Grabplatte wurde somit gerettet, kam aber in die Fremde. Wenzel erfuhr in Wien, dass der Grabstein im Zweiten Weltkrieg auf Betreiben der Familie Bachofen von Echt in die Steiermark gebracht wurde. Seine Recherche ergab noch am selben Tag, dass sich das Schloss Murstätten in der Steiermark damals noch im Familienbesitz befand. Der Schlossbesitzer Reinhart Freiherr Bachofen von Echt (1877-1947) könnte also den Transport des familiengeschichtlich wertvollen Steins veranlasst haben. Seit 2007 befindet sich in dem Schloss ein Seniorenwohnheim. Eine Anfrage von Matthias Wenzel blieb unbeantwortet.

Jens Geutebrück forschte weiter nach und erhielt Fotos zur Bestätigung. Nun geht er daran, die Grabplatte nach Gotha zu überführen. Es handele sich schließlich um die wahrscheinlich älteste, erhalten gebliebene Grabplatte des ehemaligen Gothaer Friedhofes, sagt er. Sie sei 419 Jahre alt und noch in einem guten Zustand – aus Seeberger Sandstein angefertigt. Als Gipsabdruck und neu aufgestellt oder komplett könnte sie nach Gotha kommen. Auch mögliche Aufstellorte hat er schon ins Auge gefasst. Denkbar wäre der Kreuzgang der Augustinerkirche oder ein Platz unter den Arkaden von Schloss Friedenstein. Nachdem der Grabstein gefunden ist, seien die Kosten dafür ein kleines; Jens Geutebrück: „Das kriegen wir hin.“ Es gehe jetzt darum, sie sauber aus der Wand zu bekommen.