Christusdorn: Bildung „all inklusive“

Das Wort zum Sonntag: Jana Lenz über die Inklusion in den Schulen.

Jana Lenz ist in dieser Woche Autorin des Christusdorns.

Jana Lenz ist in dieser Woche Autorin des Christusdorns.

Foto: Kirchengemeinde Neustadt

Vor wenigen Tagen hat für mehrere Hundert Kinder im Landkreis mit Schuleintritt ein neuer Lebensabschnitt begonnen. Mit unterschiedlichen Voraussetzungen starten die kleinen Menschen in ihr Schulleben. Wenn alle – trotz ganz unterschiedlicher Begabungen und Fähigkeiten – miteinander lernen können, nennt man das Inklusion. Viel wird darüber diskutiert und nicht selten auch geschimpft.

Lehrer verzweifeln, wenn Personal und Ausstattung fehlen, um ein Kind mit Behinderung gut zu fördern. Manche Eltern haben Vorbehalte, wenn ein Kind in der Klasse mitlernt, das häufiger stört oder spezielle Förderung braucht. Kinder, die kaum deutsch sprechen, haben es schwer, dem Unterricht zu folgen.

So viele Herausforderungen werden mit dem Wort Inklusion verbunden, und oft mangelt es an Geld und Zeit. Damit Inklusion in der Schule gelingt, wird so einiges benötigt, vor allem aber eins: eine positive Grundhaltung aller Beteiligten und das Verständnis, dass jeder dazugehört, dass jeder ganz selbstverständlich überall teilhaben darf.

Seit einigen Jahren diskutieren wir darüber, als wäre Inklusion ein Expertenthema, dabei geht sie jeden etwas an und ist überhaupt keine neue Erfindung. Ein Blick in die Bibel zeigt: Jesus von Nazareth ist einer, der Inklusion gelebt hat. Für ihn gehört jeder Mensch ganz selbstverständlich dazu. Er bittet alle an seinen Tisch. Geht es nach ihm, können alle miteinander lernen, spielen und aufwachsen. Mit dieser Grundhaltung können wir im nächsten Schritt fragen, was der Einzelne braucht, damit das gemeinsame Leben und Lernen gelingt, und uns dafür einsetzen. Damit aus Nebeneinander Miteinander wird.

Jana Lenz ist Mitarbeiterin der Nordthüringer Lebenshilfe gemeinnützige GmbH.