Würdiger Festakt für mutige Crossener Männer

Crossen  Bei einer feierlichen Gedenkveranstaltung an der Crossener Brücke wurden Paul Hamel und Paul Werner für ihre mutige Tat, die Sprengung der Brücke am 12. April 1945 verhindert zu haben, geehrt.

Der Gedenkstein. Foto: Andreas Schott

Der Gedenkstein. Foto: Andreas Schott

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„Mut haben die Crossener Bürger Paul Hamel und Paul Werner bewiesen und ihr Leben riskiert und damit die Sprengung der Crossener Brücke verhindert. Dafür gebührt ihnen unser Dank und Respekt“, führte Wolfgang Maruschky vom Verein Freunde und Förderer des Schlosses Crossen, dem Organisator des Festaktes am Sonntagnachmittag, in seiner Festrede unter anderem aus.

Die beiden Männer hatten am 12. April eine Sprengung verhindert, in dem sie die Sprengkabel zerschnitten. Zuvor, so Wolfgang Maruschky, hatten die ­beiden angesehenen Einwohner von Crossen vergebens versucht, Offiziere eines Wehrmacht-Sonderkommandos von der Sprengung abzuhalten. Es gebe zwar keine exakten Zeitzeugnisse, aber offenbar hatte der damalige Bürgermeister Ernst Boy Kenntnis von der Sprengung und den beiden Männern den Tipp gegeben, mutmaßt Maruschky. Zudem habe der Bürgermeister auch nicht den Volkssturm im Ort gegen die amerikanischen Truppen mobilisiert. Damit sei weiteres sinnloses Blutvergießen verhindert worden. Ohnehin seien rund 100 Einwohner in Crossen im zweiten Weltkrieg ums ­Leben gekommen.

Bürgermeister Uwe Berndt (Die Linke) würdigte ebenso die beiden mutigen Männer. „Wir dürfen die Vergangenheit nicht vergessen, damit so etwas nie wieder passieren kann“, mahnte er mit Blick auf Fremdenfeindlichkeit im Land.

Joachim Singelmann (69), dessen Großonkel Paul Hamel die Sprengung verhinderte, war eigens aus den USA angereist, in der er seit 46 Jahren lebt, um an dem Festakt teilzunehmen. Er würdigte das Handeln seines Großonkels, welches dazu beigetragen habe, dass der Krieg nach wenigen Wochen beendet werden konnte. Und er hatte so manch Erinnerung von seinem Großonkel parat. „Es gab viele Leute die Zivilcourage gezeigt haben. Aber leider waren es zu wenige“, sagte er unter anderem.

Punkt 15.30 Uhr läuteten in Crossen die Glocken, die zum Spaziergang über die Crossener Brücke, sie wurde 1904 errichtet und 2009 saniert, einluden. Im Anschluss wurde direkt an der Brücke ein Gedenkstein enthüllt, der an das Ereignis am 12. April 1945 erinnern soll.

Zum Abschluss des Tages, der am Morgen mit einem Gottesdienst begonnen hatte, versammelten sich Einwohner zu einer Gesprächsrunde am Crossener Clubhaus.

Andreas Schott kommentiert: Erinnern und Mahnen

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