Familien in Großsaara begeben sich auf Jägers Spuren

Beim fünften Familientag in Großsaara stellte die Jägerschaft Gera ihre Arbeit vor: Jäger lauern nicht nur auf dem Hochstand, sondern engagieren sich auch für gesunde Wildbestände. Im Mittelpunkt des Festes standen Aktionen für Kinder.

Am Wagen des Jugendwaldheims Gera-Ernsee testet der neunjährige Eric sein Wissen. Mit seinen Eltern und seinem Spielkameraden Simon war der Junge zum 5. Familientag der Jägerschaft Gera gekommen. Foto: Katja Schmidtke

Foto: zgt

Großsaara. Andreas Herre gibt gern mal einen Tipp. Nur zu leicht darf es nicht werden. "Wenn ihr wisst, was er frisst, dann wisst ihr auch, wie er heißt", sagt der Mitarbeiter des Jugendwaldheims und lehnt sich aus dem Fenster des Infowagens. Unter ihm sind ausgestopfte Tiere aufgebaut, die die beiden Neunjährigen Eric und Simon erkennen müssen. Der Feldhase ist noch einfach, der Marder auch. Schwierig wird es bei Mäusebussard und Eichelhäher - aber mit den Tipps von Andreas Herre lösen die Jungs das Quiz. Sie sind zum ersten Mal auf dem Familientag der Jägerschaft Gera und bleiben gleich beim Waldheim hängen.

Neben der Einrichtung aus Ernsee präsentierten sich in Großsaara am Sonnabend auch der Wald-Tierpark Gera, der Kettensägenkünstler Marcus Malik, die Holzbildhauerin Simone Heinze, die Gewehrschäfte verzierte, Schützenvereine und Musiker und natürlich vor allem die Jägerschaft selbst. Da gab es Trophäen zu bestaunen, Filme zu sehen, da konnten Kinder Nistkästen basteln und Tiere streicheln.

Jägerschafts-Vorstand Thomas Widling spricht von einem traditionellen Fest, mit dem man die Arbeit der Jäger einer breiten Öffentlichkeit vorstellen möchte. "Jäger sind auch Naturschützer", sagt Widling. Die Vereinsmitglieder schießen das Wild nicht bloß, sondern sorgen für einen gesunden Bestand von Reh-, Schwarz- oder Muffelwild. Wer mitmachen möchte, braucht das grüne Abitur. Die Ausbildung zum Jungjäger hat auch Benjamin Gruner aus Kraftsdorf absolviert. Er begleitete lange Zeit seinen Cousin zur Jagd, ehe der ihn überredete, den Lehrgang zu machen. "Ich fühle mich draußen wohler als zuhause", erzählt der junge Mann. Zur Jagd soll ihn einmal der Beagle-Rüde Enzo begleiten. Doch wie Herrchen muss auch der Hund zur Schule.

Bei Sabine Schleicher soll Enzo in die Ausbildung. Die Försterin ist Obfrau des Vereins für das Hundewesen. Sie moderierte auch die Hundevorführung. So konnten die Besucher sehen, wie konzentriert sich der Hund von Dietmar Oertel an die Arbeit machte. Das Tier der Rasse Deutsches Kurzhaar folgte einer Fährte, die Dietmar Oertel mit einer alten, nach Rehwild riechenden Decke quer über den Sportplatz gezogen hatte. Natürlich ohne, dass der Hund zusehen konnte. Der Hund fand die Decke und ließ sich nicht aus der Ruhe bringen - weder vom Probealarm der Feuerwehr-Sirene noch vom zahlreichen Publikum. Bis zu 500 Menschen, schätzt Jägerschafts-Chef Widling, haben den Familientag besucht. Ein Erfolg, an den man 2012 anknüpfen möchte.

Der Verein- Noch eine Männerdomäne

Die Jägerschaft gibt es seit Oktober 1990 als losen Zusammenschluss von Jägern und den mit der Jagd verbundenen sowie interessierten Bürgern der Stadt Gera und deren Umland. Seit 2001 ist die Jägerschaft ein eingetragener Verein. Der Großteil der 270 Mitglieder ist männlich. Doch in jedem neuen Ausbildungskurs ist mindestens eine Frau dabei, so Thomas Widling stolz.

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