Interesse an Stasi-Unterlagen in Erfurt ungebrochen

Erfurt. Das Interesse an den Unterlagen der Staatssicherheit ist ungebrochen. Inzwischen kommen mehr und mehr Hinterbliebene.

Das Interesse an den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR hält weiter an. Regelmäßig gibt es Führungen und Veranstaltungen. Archiv-Foto: Marco Schmidt

Das Interesse an den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der DDR hält weiter an. Regelmäßig gibt es Führungen und Veranstaltungen. Archiv-Foto: Marco Schmidt

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Rund 1000 Anfragen hat die Erfurter Stasiunterlagenbehörde bereits in diesem Jahr registriert. Dabei nähme die Zahl der Hinterbliebenen zu, die sich in die Akten einlesen wollen, die der Staatssicherheitsapparat der DDR über ihre Eltern, Großeltern und Verwandten gesammelt hat, sagt der Außenstellenleiter der Erfurter Behörde Wolfgang Brunner.

Üblicherweise pendelt sich die Zahl der Anträge auf Akteneinsicht zwischen 3000 und 4000 pro Jahr ein. Rund 250"000 Anfragen sind seit dem Bestehen der Behörde von Privatpersonen gestellt worden.

Seit Kurzem bietet die Stasibehörde zudem regelmäßige Außenveranstaltungen in der Gedenkstätte Andreasstraße an. Das erspart gerade denjenigen den Gang zur Behörde auf dem Petersberg, die inzwischen schlecht zu Fuß sind.

Wer wissen will, was die Stasi in ihrer Sammelwut über die Verwandten zusammengetragen hat, braucht dafür die Sterbeurkunde sowie einen Verwandtschaftsnachweis. Innerhalb eines Jahres bekommt man Bescheid, ob Unterlagen vorhanden sind.

Stasi-Akte Spezial zu Willy Brandt

Die Behörde zeigte gestern zudem eine spezielle Ausstellung zum Besuch von Bundeskanzler Willy Brandt, der 1970 von einem Großaufgebot der Stasi in Erfurt empfangen wurde. Allein rund 1000 Stasi-Mitarbeiter waren damals zur Absicherung eingesetzt. Unter anderem waren dort gestern der Zimmerbelegungsplan des Hotels "Erfurter Hof", Zugangs- und Ausweisdokumente für alle Arten der Sicherheitskräfte, Fotos der Stasi von Willy Brandt während des Besuches und die Bewachung der gesamten Reisestrecke von der Grenze bei Eisenach bis zur Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar zu sehen.

Allgemeine Führungen durch das Archiv finden weiterhin regelmäßig statt. Dabei werden Fragen zur Organisation und Art der Akten beantwortet.

! Die nächste Führung durch die Räume der Behörde auf dem Petersberg, Haus 19, findet am Dienstag, 7. April, um 15 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

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