Neuer Protest gegen Corona-Regeln in Gera geplant

Gera.  Am Wochenende soll es in Gera erneut Protest gegen Corona-Beschränkungen geben. Derweil hat sich die Thüringer CDU von der letzten Demo distanziert.

Rund 750 Menschen demonstrierten beim sogenannten Spaziergang durch die Geraer Innenstadt gegen die Corona-Beschränkungen.

Rund 750 Menschen demonstrierten beim sogenannten Spaziergang durch die Geraer Innenstadt gegen die Corona-Beschränkungen.

Foto: Marcel Hilbert / OTZ

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Für Samstagnachmittag sei eine solche Versammlung auf dem Markt angemeldet, informierte die Stadtverwaltung am Mittwoch auf Anfrage. Anmelder sei eine Einzelperson, genauere Angaben machte die Stadt nicht. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Vergangenes Wochenende hatte ein sogenannter Spaziergang in Gera bundesweit für Aufsehen gesorgt, auch weil Thüringens FDP-Landeschef und Ex-Ministerpräsident Thomas Kemmerich als Redner aufgetreten war. Die Stadt schätzte die Teilnehmerzahl am vergangenen Samstag auf etwa 700 Menschen.

Peter Schmidt will keinen neue Demonstration in Gera anmelden

Organisiert hatte die vergangene Kundgebung der Unternehmer Peter Schmidt, der auch Mitglied im Landesvorstand des CDU-Wirtschaftsrates ist. Schmidt hat die Veranstaltung für sich selbst als „einmalige Sache“ bezeichnet und will nicht erneut als Organisator auftreten.

Thüringer CDU distanziert sich von Demo in Gera

Die Thüringer CDU hat sich inzwischen vom umstrittenen Auftritt Schmidts distanziert. „Wir als CDU stehen dafür nicht“, sagte der kommissarische CDU-Landeschef Christian Hirte am Mittwoch. Der Wirtschaftsrat müsse den Auftritt aber selbst intern aufarbeiten und klären, wie man damit umgehe.

Schmidt hatte zu dem Protest auch den früheren Kurzzeit-Ministerpräsidenten Thomas Kemmerich (FDP) eingeladen. Schmidt kündigte Kemmerich in Gera mit den Worten „Für mich ist er unser einziger aktuell legitimer Ministerpräsident“ an.

Hirte kritisierte diese Aussage scharf. „Das ist natürlich Unsinn. Es ist unbestritten, dass nach dem Rücktritt Kemmerichs der jetzige Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ganz korrekt und rechtsstaatlich ins Amt gewählt wurde“, sagte Hirte.

Kemmerich war auch mit den Stimmen der AfD im Februar ins Amt gekommen, hatte dieses aber einen Tag später nach massiven Druck niedergelegt. Anfang März war dann Bodo Ramelow (Linke) erneut zum Thüringer Regierungschef gewählt worden.

Christian Hirte missfällt auch Kemmerichs Verhalten bei der Demo in Gera. „Protest ist in Ordnung. Nicht in Ordnung ist es, wenn Demo-Auflagen nicht eingehalten werden“, sagte Hirte.

An der Demonstration in Gera hatten deutlich mehr Menschen als erlaubt teilgenommen. Bilder dokumentieren, dass Kemmerich nicht immer genügend Mindestabstand zu den Teilnehmern hielt und teils keinen Mundschutz trug. An der Demonstration sollen auch Rechtspopulisten und Verschwörungstheoretiker teilgenommen haben.

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