Steinkreuz am Mühlberger Ortsrand erinnert an Blitzschlag

Mühlberg (Landkreis Gotha). Der Kunst- und Kulturverein lässt Gedenkstein wiedererstehen. Das demontiertes Original verschwand zu DDR-Zeiten.

Steinmetz- und Bildhauermeister Frank Ehmig (vorn) schuf am Ortsrand von Mühlberg die originalgetreue Nachbildung des Steinkreuzes. Foto: Frank Störzner

Steinmetz- und Bildhauermeister Frank Ehmig (vorn) schuf am Ortsrand von Mühlberg die originalgetreue Nachbildung des Steinkreuzes. Foto: Frank Störzner

Foto: zgt

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Mittlerweile wussten nur noch Eingeweihte und langjährige Einwohner, dass an Mühlbergs Ortsrand einst ein altes Steinkreuz stand. Es erinnerte daran, dass an dieser Stelle am 8. Juni 1842 eine 32-jährige Mühlbergerin und deren 10 Jahre alte Tochter vom Blitz erschlagen wurden.

Ursprünglich war das Kreuz jedoch zu dieser Zeit schon rund 400 Jahre alt und fand für das Blitzunglück eine Zweitverwendung. Die gut lesbare Inschrift ist gar erst um 1920/30 in den Stein eingearbeitet worden; bis dahin war sie nur darauf geschrieben.

1964 wurde das Steinkreuz letztmalig unversehrt fotografiert, lag dann jahrelang abgebrochen an einer Scheune und verschwand zwischen 1972 und 1982 spurlos. Der Kunst- und Kulturverein Mühlberg e. V. hat sich seit Jahren darum bemüht, diese Lücke zu schließen.

Mit originellen Finanzierungsideen wie die Teilnahme am MDR-Morgenhahnspiel und freiwilligen Geldspenden machte er es nun möglich, dem Ort ein historisches Kleinod seiner Geschichte zurückzugeben. Am kommenden Sonntag wird es um 14 Uhr in der Ernst-Thälmann-Straße am Ortsausgang nach Röhrensee der Öffentlichkeit übergeben. In der Kulturscheune sind aus diesem Anlass großformatige Bilder von Steinkreuzen im Drei-Gleichen-Gebiet zu sehen.

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