Wohnmobilisten mach auf Thüringentour in Crimla Station

44 Wohnmobilisten machen auf ihrer neunten Thüringentour in Crimla Station. Organisator ist die Familie Heintz aus Pößneck. Die Idee dazu entstand bei einem Roster-Essen in der Sahara.

Heinz Peckruhn holt auch am Morgen den Zerrwanst raus; unter den Wohnmobil-Urlaubern herrscht am Sportplatz Crimla gute Stimmung trotz miesen Wetters. Foto: Katrin Wiesner

Heinz Peckruhn holt auch am Morgen den Zerrwanst raus; unter den Wohnmobil-Urlaubern herrscht am Sportplatz Crimla gute Stimmung trotz miesen Wetters. Foto: Katrin Wiesner

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Crimla. In der Nacht zum Montag haben die Camper kaum ein Auge zugemacht. Der Regen trommelte unaufhörlich auf die Wohnmobile. Das "Rennsteiglied" kann Heinz Peckruhn trotzdem am anderen Morgen schmettern. Nach der vierten Thüringentour sitzt der regionale Gassenhauer - auch bei einem waschechten Bonner mit rheinischem Dialekt.

20 Wohnmobile haben sich auf den Sportplatz von Crimla gezwängt. Hier ist zwei Tage lang Zwischenstation auf dem Weg durch Ostthüringen; Bürgermeister Norbert Orgel (Sport/FF-Verein) sponserte für die Gäste ein Fass Bier. Die 44 Reisenden aus ganz Deutschland und Österreich haben bereits die Osterburg und die Lohgerberei in Weida erkundet, heute schauen sie sich den modernen Betriebshof des Verkehrsbetriebes an und drehen mit der historischen Bahn eine Runde.

Am Mittwoch werden die Kurzurlauber ihre Wagen auf der Burg Posterstein parken. Eine Nachtführung und eine kulinarische Entdeckungsreise führen nach Altenburg; das Maskottchen der Ziegenkäserei haben alle schon an Bord. Im Sudhaus der Brauerei wird am Sonnabend der Abschlussabend steigen.

Das ist typisch für die Thüringentour, die die Pößnecker Wolfgang und Rita Heintz seit neun Jahren organisieren. Sie stellen Thüringen auf ihre ganz persönliche Weise vor, die großen Sehenswürdigkeiten sind dabei, aber auch die kleinen. Ostthüringen war die letzte noch offene Ecke, sagt Wolfgang Heintz.

Aber auch die schwierigste. An die Bürokratie haben sich Heintzes gewöhnt. Hinzu kommt aber, dass Stellplätze für Wohnmobile Mangelware sind. In Schmölln machte das Freizeitbad Tatami dazu noch einen Rückzieher und erklärte den Wohnwagentross für unerwünscht. Die Route musste umgestellt werden. Dass viele Gemeinden die Einnahmequelle Wohnmobilisten unterschätzen, ist sich Wolfgang Heintz sicher. Die Nachfrage sei da, sobald es das Angebot gebe. 50 Stellplätze seien seit der ersten Thüringentour hier im Lande schon entstanden, erzählt er nicht ohne Stolz.

Die Idee zur Tour wurde mitten in der Sahara geboren. Heintzes, die mit Wohnmobil zwischen Skandinavien und Afrika unterwegs sind, packten bei einem Stopp die Roster aus. Mitreisende wollten wissen, wo es so etwas Leckeres gibt. Es folgte die Einladung nach Thüringen. Inzwischen ist eine ganze Fangemeinde gewachsen. "Wir könnten auch 50 Fahrzeuge sein, doch dann kommen wir erst recht nirgendwo unter", lacht Heintz. Deswegen organisieren Heintzes neuerdings auch Herbsttreffen. In diesem Jahr stellt Pößneck dafür erstmals das Landesgartenschaugelände zur Verfügung.

Wer dabei ist, liebt die Gemeinschaft und das Entdecken unbekannter Ecken, erzählt der Wiener Eric Neumann. Und so wird die Fahrt zur Werbeaktion für Thüringen und für Deutschlands Osten. "Wir bauen auch heute noch Vorurteil ab", sagt Heintz. Der Bonner Heinz Peckruhn gesteht, erst dank der Wohnmobiltour die neuen Länder zu bereisen. Er lobt die Gastfreundschaft. Na bitte, dann überlassen wir ihm auch mal das "Rennsteiglied".