Görsbacher Winterstorch ist wieder in der Region aufgetaucht

In nicht einmal vier Wochen beginnt der Winter, und die meisten Störche sind längst im warmen Süden gelandet. Anders der Görsbacher Winterstorch, der anscheinend auch im sechsten Jahr in Folge die kalte Jahreszeit in der Goldenen Aue verbringen möchte.

Der Görsbacher Winterstorch machte sich im vergangenen Winter nichts aus Schnee. Archivbild: Roland Obst

Der Görsbacher Winterstorch machte sich im vergangenen Winter nichts aus Schnee. Archivbild: Roland Obst

Foto: zgt

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Görsbach. Seit Ende Oktober ist der große Vogel, der den Sommer wohl an der Ostsee verbracht hat, wieder in Görsbach zu Hause. Der Storch mit dem Faible für Straßenlaternen hat in dem Goldene-Aue-Dorf eine gut hergerichtete Winterwohnung: Auf einer umfunktionierten Laterne im Heringer Weg hat man ihm ein Nest eingerichtet. Doch noch scheint der Adebar unentschlossen: Er wurde in den vergangenen Tagen auch des Öfteren in Großwechsungen gesichtet.

Auch dort, wie soll es anders sein, hatte er es sich zwischenzeitlich auf einer Leuchte bequem gemacht. Doch in Görsbach steht Peter Dallmann schon in den Startlöchern. "Wir sind darauf eingestellt, den Storch wieder durchzufüttern", sagte am Freitag Görsbachs Bürgermeister Siegfried Junker (SPD). Der Gemeindearbeiter Peter Dallmann übernimmt diesen Küchenjob seit einigen Jahren, serviert dem Adebar Auleber Fisch und gefrorene Eintagsküken. Aber erst, wenn das Tier nichts Essbares mehr findet.

Zwischen 800 und 1000 Gramm vertilgt das Rotbein am Tag. Der Gefrierschrank in der Görsbacher Gemeindeverwaltung steht für diese Speisen schon bereit. Im nur wenige Kilometer Luftlinie entfernten Windehausen tobt auf dem Schornstein der alten Bäckerei auch noch das Leben. Erstmals in der Geschichte des kleinen Ortes ist das Storchenpaar um diese Jahreszeit noch da.

"Keiner weiß, ob es nicht doch noch in Richtung Süden aufbricht. Möglich wäre es, sagen zumindest die Experten", berichtete Gerd Struve, der die Vögel von seiner Wohnung aus gut im Blick hat. Falls sich die Tiere entscheiden, im Winter hierzubleiben, ist, anders als in Görsbach, noch nicht geklärt, wer sich um die Vögel kümmert. "Das Dorf freut sich, dass die Störche da sind, doch keiner fühlt sich richtig verpflichtet, für die Tiere gegebenenfalls zu sorgen", sagte Gerd Struve.

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