Buch oder App? So bekommt man seine Ausgaben in den Griff

Berlin  Viele Menschen kontrollieren ihre Ausgaben nur zum Monatsende. Dabei gibt es viele Hilfen, um die Finanzen besser im Blick zu halten.

Es gibt viele nützliche Hilfsmittel, um das Haushaltsbudget im Blick zu behalten.

Es gibt viele nützliche Hilfsmittel, um das Haushaltsbudget im Blick zu behalten.

Foto: Nico Kiesel

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Morgens beim Bäcker wandert der Blick ins Portemonnaie: gähnende Leere. Wo sind denn schon wieder die Scheine geblieben? An manchen Tagen rinnt einem das Geld nur so durch die Finger. Aber immerhin – beim Bargeld fällt das noch auf. Bei Kartenzahlungen den Überblick zu behalten, ist schon schwieriger.

Viele Menschen kontrollieren ihre Ausgaben, indem sie zum Monatsende aufs Konto schauen. Steuern sie auf die Miesen zu, verkneifen sie sich den Restaurantbesuch oder die neue Hose. Kein Wunder also, dass es oft heißt: Ich komme gerade so aus mit meinem Geld – unabhängig vom Einkommen.

Wer hier etwas ändern will, für den kann es sich lohnen, die eigenen Ausgaben eine Weile ganz bewusst zu überprüfen. Vielleicht bleibt am Ende sogar mehr Geld übrig als erwartet. Für den Urlaub etwa oder für die Altersvorsorge.

Haushaltsbudget überblicken – die Hilfsmittel

• Excel-Liste:

Es gibt viele nützliche Hilfsmittel, um das Haushaltsbudget im Blick zu behalten. Feste Kosten wie die Miete lassen sich zum Beispiel einfach über eine Excel-Liste auf dem Computer erfassen. Einige Banken bieten sogar eine sogenannte Exportfunktion im Online-Banking an.

Die spuckt direkt eine Excel-Tabelle mit allen Abbuchungen aus. Allerdings ist es umständlich, in Excel die alltäglichen Kosten einzutragen – etwa für Lebensmittel, Kleidung oder Freizeitaktivitäten. Vor allem unterwegs, denn die Handy-Version von Excel ist ziemlich hakelig.

• Haushalts-Apps:

Einfacher zu bedienen sind Haushalts-Apps wie Saymoney oder Money Manager. Das Smartphone hat man ohnehin immer dabei, so lässt sich schnell jeder Kauf eintragen. Mittels der App kann jeder Eintrag einer Kategorie wie „Essen gehen“ oder „Kino“ zugeordnet werden. Am Monatsende lassen sich alle Ausgaben als Tortendiagramm darstellen. So sieht man auf einen Blick, wofür das meiste Geld draufgeht.

Auch der Beratungsdienst der Sparkassen, „Geld und Haushalt“, bietet einen umfangreichen Budgetplaner an. Dabei handelt es sich um eine reine Online-Anwendung, die über die Webseite genutzt werden kann, etwa vom Handy aus.

Auch wer nicht Kunde der Sparkasse ist, kann sich ein Konto anlegen und den Planer kostenlos nutzen. Die Volks- und Raiffeisenbanken empfehlen auf ihrem Portal „Jugend und Finanzen“ die App „Mein Budget“, die sich von der Aufmachung eher an Kinder und Jugendliche richtet.

Praktisch: Im Online-Banking vieler Banken gibt es ebenfalls die Möglichkeit, Einnahmen und Ausgaben Kategorien zuzuordnen. Die automatische Erkennung ist dabei oft schon so gut, dass der Nutzer wenig korrigieren muss.

Viel mit Karte zahlen erleichtert die Handhabung

Welches Hilfsmittel sich am besten eignet, hängt auch vom eigenen Zahlungsverhalten ab. Schließlich bringt es nichts, die Auswertung im Online-Banking zu nutzen, um am Ende festzustellen, dass es sich beim größten Posten um die Bargeldabhebungen handelt. Denn zu den Barzahlungen lassen sich über den Online-Kontoauszug keine Angaben machen. Gleiches gilt für Kreditkartenzahlungen, die als ein Posten am Monatsende abgebucht werden.

Wer viel mit Karte zahlt, sollte daher im Alltag seine Girokarte (EC-Karte) oder eine andere Debitkarte nutzen. Dann wird jede Ausgabe direkt vom Konto abgebucht.

Die Motivation

Zwei bis drei Monate sind ein guter Anfang, um ein Gefühl für Einnahmen und Ausgaben zu bekommen. Je länger man durchhält, desto weniger werden die Ergebnisse durch unregelmäßige Zahlungen verfälscht. Am besten macht man sich von Anfang an klar, warum sich die Mühe lohnt: Wer sich schon den nächsten schönen Urlaub vorstellt, wirft nicht so schnell die Flinte ins Korn.

Die Budgets

Wenn es gerade am Anfang nicht gelingt, jede Ausgabe zu erfassen, ist das nicht so schlimm. Viel wichtiger ist es, sinnvolle Kategorien für die einzelnen Kostenpunkte zu finden. So kann es etwa bei Einkäufen hilfreich sein, zwischen Lebensmitteln und Drogeriewaren zu unterscheiden. Zu kleinteilig sollte man allerdings auch nicht vorgehen.

Wer seine Ausgaben über mehrere Monate verfolgt, weiß, was er im Schnitt für Lebensmittel und Restaurantbesuche ausgibt. Jetzt ist der nächste entscheidende Schritt, sich Budgets zu setzen; also klare Grenzen, wie viel im Monat für welchen Posten höchstens ausgegeben werden soll.

Das ist besonders wichtig für Posten, die stark schwanken, zum Beispiel Kleidung. Vielleicht machen aber auch die vielen Café- oder Barbesuche übers Jahr gesehen mehr aus als gedacht. Immer eine sinnvolle Sache: Teure Verträge für Strom oder Handy optimieren und überflüssige Abos kündigen.

Die Spartricks

Wem es besonders schwer fällt, sich Ausgabenlimits zu setzen, kann sich mit Tricks helfen: Ohne großes Nachdenken einfach anfangen zu sparen, indem man einen Dauerauftrag aufs Tagesgeldkonto einrichtet.

Die 50 oder 100 Euro weniger am Monatsende verschmerzen viele Sparer leichter, als sie anfangs denken. Für Paare kann es auch sinnvoll sein, für regelmäßige Ausgaben wie Lebensmittel gleich ein eigenes Konto anzulegen, auf das beide Partner einzahlen.

Und wenn die nächste Gehaltserhöhung kommt, lohnt es sich, gleich die Hälfte davon aufs Tagesgeldkonto oder in ein ETF-Depot zu überweisen. Dann rinnt einem das zusätzliche Geld nicht gleich durch die Finger.

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