Schatz, wir müssen reden

Es ist wichtig, sich über Bedürfnisse und Wünsche in einer Partnerschaft auszutauschen. Gespräche halten die Beziehung zusammen.

Bei Konflikten sollten Partner gemeinsam an einer Lösung arbeiten und sich keine Verletzungen zufügen.

Bei Konflikten sollten Partner gemeinsam an einer Lösung arbeiten und sich keine Verletzungen zufügen.

Foto: iStock/Gregor Bister

Wie viel und worüber sprechen glückliche Paare? Das wollte der Psychologe Professor Matthias Mehl herausfinden. Er rüstete 47 Testpersonen mit Rekordern aus und zeichnete vier Tage lang alle 12,5 Minuten auf, ob und worüber sie gerade mit ihrem Partner redeten. Ergebnis: Je häufiger die Gespräche und je ­intensiver die Themen waren, ­desto näher fühlten sie sich dem anderen und desto zufriedener waren sie mit der Beziehung.

Blickkontakt statt Emojis

Eine gute Kommunikation ist die Basis für eine gute Beziehung. Dazu gehören Gespräche von Angesicht zu Angesicht; ein knapper Nachrichtenaustausch über SMS oder WhatsApp ist zwar im Alltag praktisch, aber auf Dauer nicht die Art von Kommunikation, die glücklich macht. Ein echtes Gespräch bedeutet: Ich sehe dem anderen in die Augen, beobachte, ob er gerade fröhlich oder traurig ist und nehme Anteil. Kein Emoji ersetzt den persönlichen Kontakt.

Über eigene Wünsche sprechen

Je länger und besser wir einen Menschen kennen, desto mehr glauben wir auch an seine Fähigkeiten als Gedankenleser. Wir gehen selbstverständlich davon aus, dass der oder die Liebste spürt, wann wir uns vernachlässigt fühlen oder unsere Ruhe brauchen. Aber damit überfordern wir unsere Partner. Machen Sie kein Geheimnis aus Ihren Bedürfnissen! Sprechen Sie an, wenn Ihnen etwas fehlt in der Beziehung. Der Austausch über eigene Wünsche, Vorstellungen, Pläne und Hoffnungen ist ein wichtiges Fundament für eine Partnerschaft. Und wenn es zu Streit kommt, ist das auch in Ordnung. Konflikte sind normal und gehören zum Zusammenleben dazu. Wichtig ist nicht, ob, sondern wie man streitet.

Streit gehört dazu

Bei Konfliktsituationen kommt es darauf an, möglichst sachlich zu bleiben und gemeinsam nach einem Kompromiss zu suchen. Ich-Botschaften und aufmerksames Zuhören helfen dabei. Beziehungsforscher John Gottmann hat herausgefunden, dass glückliche Paare negative Situationen durch positive ausgleichen, und zwar im Verhältnis 5:1. Wer sich im Ton vergriffen hat, gereizt und vorwurfsvoll war, kann das durch fünf liebevolle Aussagen wiedergutmachen. Dazu gehören Entschuldigungen, Komplimente oder nette Gesten.

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