Warum bin ich so fröhlich? - Unsere Tipps für gute Laune das ganze Jahr über

Über die positive Stimmung, wie wir sie erlangen und warum auch der graue Alltag ein Quell guter Laune sein kann.

Forscher wollen bewiesen haben, das mit der Anzahl der Lebensjahre auch das Glücksgefühl steigt.

Forscher wollen bewiesen haben, das mit der Anzahl der Lebensjahre auch das Glücksgefühl steigt.

Foto: Istock/Cecilie_Arcurs

Warum bin ich so fröhlich? – Das fragte sich die Ente Alfred J. Kwak in der gleichnamigen Zeichentrickserie aus den 1990er-Jahren. Wir alle kennen diese Stimmung, aber woher kommt sie und warum lässt sie uns die gute Laune im Alltag manchmal im Stich?

1 Lehre vom Gemüt

Mal sind wir heiter, mal traurig, manchmal wütend, dann wieder lustig. Unsere Stimmungen wirken sich darauf aus, wie wir uns fühlen, unsere Umgebung wahrnehmen und handeln. Bereits in der Antike beschäftigte Philosophen und Mediziner die Frage nach der seelischen Verfassung, wie die Ausstellung „Die Seele ist ein Oktopus“ zeigte, die unter anderem am Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité gezeigt wurde. Schon in jener Zeit herrschten ganz unterschiedliche Auffassungen über unser Seelenleben. Während Platon ihr ein Eigenleben zusprach, sah Aristoteles sie als untrennbar verbunden mit dem Körper an. Die Stoiker wiederum verglichen sie mit einem Oktopus, dessen Arme die verschiedenen Sinne symbolisierten. So unentschieden ging es über die Jahrhunderte weiter. In der Aufklärung postulierte Immanuel Kant in der Schrift „Von der Macht des Gemüts durch den bloßen Vorsatz seiner krankhaften Gefühle Meister zu sein“ von 1798 die Vorherrschaft des Verstandes. Die Romantiker dagegen sahen die Gemütsbildung als wichtiger an. Auch heute versuchen Persönlichkeitspsychologen das Rätsel um unsere Launen zu lösen.

2 Was ist gute Laune?

Die Erforschung unserer Stimmungen geht ebenfalls auf die Antike zurück. Fußend auf der Viersäftelehre des griechischen Arztes Galenos von Pergamon wurde jeder der vier Körperflüssigkeiten ein Temperament zugewiesen: Dem Schleim der passive, schwerfällige Phlegmatiker. Der schwarzen Gallenflüssigkeit der traurige, nachdenkliche Melancholiker. Der gelben Gallenflüssigkeit der Choleriker mit seinem reizbaren Temperament und dem Blut der heitere und aktive Sanguiniker, der Prototyp des Gute-Laune-Menschen. Moderne wissenschaftliche Theorien gehen heute weiter in die Tiefe. Sie beschreiben die gute Laune als Zusammenspiel verschiedener Botenstoffe in unserem Körper, bei dem bekanntlich Sonnenlicht eine große Rolle spielt. Dieses kurbelt die Produktion des „Gute-Laune-Botenstoffs“ Serotonin an und bremst die Ausschüttung des Müdemachers Melatonin. Die Folge: Wir fühlen uns heiter und beschwingt.

3 Mit dem Alter steigt die Freude

Es mag überraschend klingen, aber gute Laune ist auch eine Frage des Alters, wie Forscher am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung heraus fanden. Während junge Menschen in ihrem Alltag oft zwischen positiver und negativer Stimmung schwanken, sind Senioren meistens gut drauf. Und das, obwohl im höheren Alter das Risiko wächst, mit Krankheit und Tod konfrontiert zu werden, und die körperliche Leistungsfähigkeit abnimmt. Wie passt das zusammen?

Wissenschaftler vermuten, dass sich ältere Menschen weniger oft zwischen Dingen entscheiden müssen, denen sie nicht zeitgleich nachgehen können. Lerne ich für die Prüfung oder gehe ich mit Freunden aus? Solche Entscheidungen sorgen oft für Unzufriedenheit oder Schuldgefühle. Vielleicht hat die gute Laune bei Senioren auch etwas mit Altersmilde zu tun, die einen angeblich mit zunehmender Erfahrung gelassener und nachsichtiger werden lässt.

4 Fröhlichkeit ist erlernbar

Ferienbeginn, der Besuch eines Konzerts, dem liebsten Hobby nachgehen – Auslöser für gute Laune gibt es viele. Und darüber hinaus eine große Anzahl an stimmungsaufhellenden Ratgebern. Lebensfreude-Experten empfehlen, sich bei Schwermut an positive Erlebnisse zu erinnern und bewusst zu überlegen, woran man Freude hat. In seinem im Herbst erscheinenden Buch „Gut gelaunt durch die vier Jahreszeiten“ beschreibt der französische Psychologe Michel Lejoyeux, wie wir die „Anti-Depressions-Maschine“ in unserem Gehirn in Gang setzen. Neben psychologischen Tipps rät er zu gesunder Ernährung, viel Bewegung sowie zum Genuss von Musik und Kunst. Schön und gut, aber wie sieht es mit der Laune im meist stressigen Arbeitsalltag aus? In ihrem Ratgeber „Gute Laune an jedem Arbeitstag“, der in Kürze erhältlich ist, gibt Autorin Dörthe Huth konkrete Handlungsanweisungen für den vollen Berufsalltag und erzählt inspirierende Beispielgeschichten. Im Büro hilfreich seien übrigens Bildschirmschoner mit stimmungshebenden Sprüchen oder aber Gute-Laune-Songs wie „Don’t Worry Be Happy!“ von Bobby McFerrin oder Pharrell Williams „Happy“, die man in der Mittagspause aufdreht. Vielleicht hilft dem ein oder anderen auch sogenannter „Cat-Content“, also witzige Bilder und Videos mit Katzen.

5 Tierisch gut

Auch Tiere haben so ihre Launen. So zeigte die Verhaltensforscherin Lisa Collins von der University of Lincoln zusammen mit anderen Wissenschaftlern in einer Studie aus dem Jahr 2016 auf, dass auch Schweine guter oder schlechter Stimmung sein können. Wie bei uns Menschen gibt es auch unter ihnen proaktive, lebensbejahende Kandidaten und zurückhaltende Pessimisten. Für den Versuch wurden die Tiere in zwei Gruppen unterteilt: Die erste erhielt ein tristes Zuhause, die zweite wurde in einer ansprechenden Umgebung gehalten. Beide bekamen in einem Futtergefäß wohlschmeckende Nahrung, in einem zweiten, anders aussehenden, bittere Kaffeebohnen. Im nächsten Schritt kam ein Futterbehälter zum Einsatz, der dem Aussehen nach eine Mischung der ursprünglichen Behältnisse war. Das Ergebnis: Die weniger gut untergebrachten Schweine reagierten auf das zu erwartende Futter darin pessimistischer als ihre besser situierten Kollegen.

Eine aus unguten Bedingungen resultierende negative Haltung scheint es also auch bei ­Tieren zu geben. Und andersherum: Delfine etwa wirken in freier Wildbahn immer vergnügt, und die Affenforscherin Jane ­Goodall beschrieb ein charakteristisches Schimpansenlachen. Man sieht: Gute Laune ist also vermutlich auch im Tierreich ein evolutionär wichtiger Faktor fürs Überleben.

Kommentare sind für diesen Artikel deaktiviert.