Keine vorzeitigen Haftentlassungen in Thüringen wegen Corona-Krise

Erfurt.  In den Thüringer Gefängnissen sind die Corona-Vorsorgemaßnahmen voll angelaufen. Derzeit fehlen ausreichend Nase-Mund-Schutzmasken für Bedienstete in den Haftanstalten.

Thüringer Gefangene müssen zum Vermeiden von Ansteckungen derzeit Einschnitte im Knastalltag hinnehmen.

Thüringer Gefangene müssen zum Vermeiden von Ansteckungen derzeit Einschnitte im Knastalltag hinnehmen.

Foto: Marco Kneise / TA

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Diese würden vor allem Gefangene vor möglichen Ansteckungen schützen. Schutzhandschuhe und Desinfektionsmittel seien vorerst vorhanden, sagte Jörg Bursian am Mittwoch. Alle aktuellen Entwicklungen im kostenlosen Corona-Liveblog

Deutlich kritisieren der Landesvorsitzende des Bundes der Strafvollzugsbediensteten (BSBD) sowie die ebenfalls zuständige Gewerkschaft der Polizei (GdP) gegenüber dieser Zeitung die Drei-Tage-Sonderurlaubsregelung auch für Bediensteten im Strafvollzug mit Kindern. Von freien Unternehmern fordere das Land, flexibel zu sein, so Jörg Bursian. „Das aber ist für Bedienstete in Gefängnissen schwierig.“ In den Haftanstalten werden nach seinen Worten die vom Justizministerium angeordneten Maßnahmen zum Verhindern von Corona-Infektionen unter den Häftlingen umgesetzt. Es gebe keine Besuche mehr. Neuzugänge müssten in Quarantäne und ärztlich untersucht werden, bevor sie mit anderen Häftlingen zusammentreffen.

„Wir versuchen, den Gefangenen das Vorgehen zu erklären“, betonte Jörg Bursian. Noch sei es ruhig. Sollten die Maßnahmen aber länger andauern, werde es immer schwieriger, fügt er an. „Derzeit gebe es keine Überlegungen für vorzeitige Haftentlassungen“, erklärte ein Justiz-Sprecher. Andere Länder wie Bremen sind diesen Schritt gegangen oder haben ihn angekündigt. Zwischen den Thüringer Gefängnissen erfolge kein Gefangenenaustausch mehr.

Die bundesweiten Transporte der Häftlinge wurden am Montag eingestellt. Mehrfach erreichten dieser Tage Nachrichten aus den Gefängnissen die Redaktion. Sie zeigen die Unruhe der Häftlinge wegen der einschränkenden Corona-Maßnahmen. Hinweise auf Corona-Erkrankungen bestätigten sich laut Justizministerium bisher nicht. Aktuell gibt es auch keine Verdachtsfälle.

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