Marihuana-Plantage nahe A9 ausgehoben: Drahtzieher will Taten gestehen

Tino Zippel
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Nur zwei Angeklagte sind bei Gericht erschienen – einer von ihnen sitzt in Untersuchungshaft.

Nur zwei Angeklagte sind bei Gericht erschienen – einer von ihnen sitzt in Untersuchungshaft.

Foto: Tino Zippel

Gera.  Bis zu 88 Kilogramm Marihuana sollten auf einer Plantage im Landkreis Greiz wachsen: Warum zwei Angeklagte dem Prozess fernbleiben.

Eine Plantage mit 4400 Marihuana-Pflanzen hatten Zollfahnder im Jahr 2018 in Birkhausen (Landkreis Greiz) ausgehoben. Ausgewachsen lassen sich daraus 88 Kilogramm Marihuana im Schwarzmarkt-Wert von gut 500.000 Euro gewinnen. Haben sich vier Männer zu einer Bande zusammengeschlossen, um die Pflanzen aufzuziehen? Darüber muss die erste Strafkammer des Landgerichtes Gera befinden.

Die elfte Strafkammer hatte drei von ihnen verurteilt und einen freigesprochen. Ein Nachweis, dass sich die Männer zu einer Bande zusammengeschlossen hatten, gelang aber nicht. Die Staatsanwaltschaft ging deswegen vorm Bundesgerichtshof in Revision und hatte Erfolg. Deshalb drohen den Angeklagten nun höhere Strafen.

Drahtzieher sitzt schon lange in Untersuchungshaft

Der Drahtzieher sitzt schon seit mehr als dreieinhalb Jahren in Untersuchungshaft – das Urteil gegen ihn lautete auf fünf Jahre. Seine Verteidiger kündigen ein vollumfängliches Geständnis des Mannes an. Im Gegenzug soll die Freiheitsstrafe zwischen sechs und sieben Jahren liegen. Für den zweiten Angeklagten will die Staatsanwaltschaft mindestens vier Jahre und zehn Monate Freiheitsstrafe erreichen. Auch bei ihm deutet sich an, dass er auf eine entsprechende Verfahrensabsprache eingehen will.

Ein Angeklagter schwänzt, weil ihm die Reise zu teuer ist

Zwei Angeklagte, die sich in ihren Heimatländern auf dem Balkan aufhalten, kamen nicht zum ersten Gerichtstermin. Einer war betrunken in die Klinik eingeliefert worden.

Der andere berief sich darauf, dass er sich die Reisekosten nicht leisten könne. Er bekomme keine Arbeitslosenhilfe und das wenige Geld aus Schwarzarbeit benötige er zum Leben. Er könne mit dem Bus nach Leipzig fahren, wenn ihn dort ein Dolmetscher abhole und er eine Wohnung während des Prozesses erhalte. Das Gericht trennt die Verfahren gegen die beiden Angeklagten ab, die somit eigene Prozesse bekommen, und will sich um Fahrkarten kümmern.

Für den Hauptprozess sind 17 Verhandlungstage angesetzt. Ein Geständnis könnte eine deutliche Verkürzung bewirken.

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