Sommerfest der Lebenshilfe in Ilmenau

Ilmenau  20 Jahre Wohnhaus „Daniela“ nahm der Verein zum Anlass, seine Feier ins Südviertel zu verlegen.

Das Sommerfest der Lebenshilfe in Ilmenau läutete die Trommelgruppe „Garantiert Regenfrei" auf der gesperrten Waldstraße ein.

Das Sommerfest der Lebenshilfe in Ilmenau läutete die Trommelgruppe „Garantiert Regenfrei" auf der gesperrten Waldstraße ein.

Foto: Arne Martius

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Seit 20 Jahren gibt es in Ilmenau das Wohnhaus „Daniela“ der Lebenshilfe – eine Einrichtung, in der sowohl Jugendlichen als auch Erwachsenen mit geistiger und mehrfacher Behinderung ein möglichst selbstbestimmtes Leben ermöglicht wird. Für die Mitarbeiter war das ein willkommener Anlass, das jährliche Sommerfest der Lebenshilfe am Sonnabend einmal direkt vor der Haustür zu feiern.

Sonst rund am Wetzlarer Platz veranstaltet, sorgte die Feier diesmal freilich auch für einen höheren logistischen Aufwand. Denn um zwischen dem Alten Kurpark und dem darunter gelegenen Lessingpark eine durchgehende Festmeile anbieten zu können, musste die Waldstraße in einem Abschnitt gesperrt und der Verkehr umgeleitet werden. Nicht nur bei den Besuchern kam die Veränderung gut an, auch Kai Tischer (SPD), Beigeordneter der Landrätin, fand den veränderten Austragungsort „einfach klasse“. Kleine und große Besucher von Lebenshilfeeinrichtungen der Stadt sorgten für ein unterhaltsames Programm und wurden vom Kindergarten „St. Martin“, der Manebacher Kräuterwerkstatt, dem Kultur- und Begegnungszentrum (KBZ) unterstützt. Falk Ulke brachte sein Ein-Mann-Theater ins Festzelt mit und begeisterte die Kinder mit einer originell erzählten Geschichte und einer liebevoll gestalteten Bewegtkulisse.

Doch das Sommerfest sorgte bei Lebenshilfe-Vorstandsvorsitzendem Martin Mölders nicht nur für eitel Sonnenschein. Denn ausgerechnet im 20. Jubiläumsjahr des Wohnhauses „Daniela“ stehen der Einrichtung tiefgreifende Veränderungen bevor. Ab 1. Juli tritt die nächste Stufe des Bundesteilhabegesetzes in Kraft, das laut Koalitionsvertrag der Bundesregierung das Ziel hat, Menschen mit Behinderung aus dem Fürsorgesystem herauszuholen und ihnen eine zeitgemäße Teilhabe am Leben zu ermöglichen.

Kalkulation muss geändert werden

Das klingt zunächst gut, doch Mölders wie Tischer befürchten einen höheren Aufwand. Das beginnt im Wohnheim selbst, das ab Juli auch baulich die Voraussetzungen bieten muss. „Das Haus ist ja nicht als Appartement gebaut, sondern als Heim“, erklärte der Vorstandsvorsitzende. Verändert wird auch die Kalkulation, denn künftig erhalten die Bewohner der Einrichtung Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch. Martin Mölders befürchtet „womöglich eine Kostenexplosion“ im Sozialamt des Landratsamts.

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