1500 Essen sollen in neuer Großküche gekocht werden

Mühlhausen  Inklusionsfirma „Gastrofact“ hat sich auf Kasernengelände angesiedelt

Küchenchefin Ina Kusch (rechts) mit Mitarbeiter Stefan Groß.

Küchenchefin Ina Kusch (rechts) mit Mitarbeiter Stefan Groß.

Foto: Alexander Volkmann

Seit Mitte April wird am Lindenhof gekocht. Dazu wurde im Herbst eine Inklusionsfirma gegründet, die den Namen Gastrofact trägt. Bis zum Jahresbeginn befand sie sich unter dem Dach der Mühlhäuser Werkstätten, die nun den Namen „Diakonie Doppelpunkt“ tragen.

Dafür wurde die einstige Kasernen-Großküche gekauft. Insgesamt sind laut Geschäftsführer Bernd Montag 700.000 Euro investiert worden. Unter anderem dafür, die Hausleitungen umzurüsten. Die größte Aufgabe sei gewesen, ein Trafohaus zu errichten, denn das Gebäude bekam nicht genug Strom.

Die Osterzeit bot Gelegenheit für einen Probelauf unter vereinfachten Bedingungen, denn es waren Schulferien. Schüler sind knapp zur Hälfte die Abnehmer der bisher gekochten 1000 Essen. Diese zuvor seit 2005 am Mühlhäuser Schützenberg zubereitet worden. Doch die Küche wurde für die Anforderungen viel zu klein. Vieles von dem, was seit August 2005 am Schützenberg genutzt worden war, konnte nicht weiter verwendet werden.

Denn am Lindenhof wird nicht mehr – so wie jetzt – mit Gas gekocht, sondern auf und in Elektroöfen. „Für unsere Mitarbeiter war das eine Herausforderung. Wir haben jetzt weitaus modernere Geräte, zum Beispiel den Druckgarkocher, in dem Gulasch nur 20 Minuten braucht“, erklärt Küchenchefin Ina Kusch. „Wir sind schneller, es geht einfacher, alles ist viel größer.“

Das betriebswirtschaftliche Konzept sieht laut Montag vor, bis Ende des kommenden Jahres 1500 Essen anzubieten und eine „schwarze Null“ zu schreiben. Interessenten für die Mittagsversorgung gebe es bereits – sowohl Schulen als auch in den anderen Töchtern des Vereins. Keine Option sei dagegen der Einstieg ins Geschäft der fahrenden Essenanbieter. Das sei nicht rentabel. Dagegen kann man sich laut Montag durchaus vorstellen, eine Kantinenversorgung am Lindenhof anzubieten, wenn das Landratsamt komplett auf das Gelände umgezogen ist. Dazu aber bräuchte es wohl zwei weitere Mitarbeiter.

Beschäftigt sind in der Großküche sechs Festangestellte, darunter drei mit einer Schwerbeschädigung. Dazu kommen vier Praktikanten aus der Werkstatt des Trägervereins.

Gekocht wird ab früh um fünf. Bis Mitternacht können die Essen bestellt, bis früh kurz vor acht abgemeldet werden. Täglich werden zwei, manchmal auch drei Essen ausgeliefert, dazu kommen Gerichte für Vegetarier, Moslems, Menschen, die unter Zöliakie leiden oder Laktose nicht vertragen.

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